Bluthochdruck-Behandlung

Nicht nur Medikamente

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Konsument 8/2005 veröffentlicht: 18.07.2005

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  • Oft hilft schon eine Änderung des Lebensstils, den Blutdruck zu normalisieren
  • Nur eindeutig erhöhter Blutdruck muss mit Medikamenten behandelt werden

Jeder Dritte betroffen

In vielen Kulturen ist Bluthochdruck unbekannt, aber in Industriestaaten hat nahezu ein Drittel der Bevölkerung zwischen 30 und 70 einen leicht bis stark erhöhten Blutdruck, Männer häufiger als Frauen. Ständig erhöhter Blutdruck führt in jedem Lebensalter zu einer Schädigung der Innenwand der Blutgefäße. Der Körper sucht die Einrisse durch Ablagerungen auszubessern, was zur Verengung der Gefäße führt. Daher muss das Blut mit vermehrtem Druck durchgepumpt werden.

Schwer bemerkbar

Als Folge des Bluthochdrucks kommt es zu arteriellen Durchblutungsstörungen, es steigt das Risiko für Angina Pectoris, Herzschwäche, Herzinfarkt, Hirnblutung und Schlaganfall, Nierenerkrankungen und Zuckerkrankheit sowie Erkrankungen der Netzhaut im Auge. Besonders tückisch: Als Betroffener merkt man erhöhten Blutdruck nicht – außer bei sehr hohen Blutdruckwerten oder bei raschem Druckanstieg, der sich mit Kopfschmerzen, Sehstörungen, Unwohlsein und Übelkeit bemerkbar macht.

Verschiedene Auslöser

In mehr als 90 Prozent der Fälle handelt es sich um den so genannten primären Bluthochdruck, dessen Ursachen weitgehend unklar, teilweise aber erblich bedingt sind. Als sekundäre Hypertonie wird Bluthochdruck bezeichnet, der eine Folge von anderen Erkrankungen ist. Oft wird Hochdruck auch von anderen Krankheiten begleitet, wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen.

Lebensstil entscheidend

Der Lebensstil kann den Blutdruck hochtreiben. Bei Menschen, die beruflich immer unter Druck stehen, steigt auch der Blutdruck, denn Stress verengt die Gefäße. Übergewicht, reichlich Alkohol, kochsalzreiche Kost, Rauchen, Kaffee und Cola sowie Lärm lassen den Blutdruck ebenfalls ansteigen.

Ausschalten von Risikofaktoren

Wenig bekannt ist, dass bei jedem dritten Betroffenen der Blutdruck von selbst wieder sinkt. Er gilt erst dann als krankhaft erhöht, wenn er länger als vier Wochen auf hohem Niveau bleibt. Als ausreichende Maßnahme bei noch normalem Blutdruck von 130–139/85–89 gilt eine Lebensstiländerung, die möglichst viele Risikofaktoren ausschaltet. Sie ist auch die Basis jeder Behandlung.

Verschiedene Möglichkeiten

Wer 10 Kilo Übergewicht abbaut, kann den systolischen Wert um 5 bis 20 mmHg reduzieren. Auch auf Salz weitgehend zu verzichten kann den Blutdruck um 2 bis 8 mmHg senken und steigert die Wirkung vieler Blutdruckmittel. Achtung: In Fertigprodukten versteckt sich viel Salz. Mehr Obst, Gemüse, Fisch, weniger Fett und gesättigte Fettsäuren in der Nahrung senken den systolischen Blutdruck um 8 bis 14 mmHg.

Sport statt Rauchen und Alkohol

Regelmäßige Bewegung – am besten Ausdauersport wie Nordic Walking, Joggen, Schwimmen, Radfahren und Schilanglauf – senkt den Blutdruck: 30 Minuten täglich im optimalen Puls-Trainingsbereich bringen beim systolischen Wert etwa 4 bis 9 mmHg. Der Alkoholkonsum sollte minimiert werden (höchstens zwei Achtel Wein oder ein großes Bier), harte Drinks sind tabu. Das Rauchen aufzugeben senkt zwar nicht den Blutdruck, schont jedoch die Blutgefäße.   

Im folgenden die wichtigsten Medikamentengruppen:

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Bild: VKI