"Bösestes" Produkt des Jahres: Rozerem-Schlaftabletten für Kinder

"Ehrung" auch für Coca-Cola, Kellog´s und Mattel

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veröffentlicht: 30.10.2007, aktualisiert: 31.10.2007

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Best of Böse 2007: Verbraucherschützer haben bei ihrem Weltkongress in Sydney die "Bad Product Awards" vergeben.

Coca Cola/Desani: Leitungswasser-Schmäh

So erhielt Coca-Cola einen der jährlich vergebenen Negativ-Preise des Verbraucherschützer-Weltverbands Consumer International. Der Getränke-Konzern hatte in den USA und Lateinamerika ein Mineralwasser namens Dasani aufwändig beworben und verkauft, obwohl das Desani-Wasser aus denselben Quellen stammt wie das örtliche Leitungswasser.

Takeda: Schlafmittel für Kinder

Den Hauptpreis erhielt der amerikanische Zweig des japanischen Pharma-Konzerns Takeda. Grund: Takeda hatte ein Schlafmittel für Kinder beworben. Der Fernsehspot für das Präparat Rozerem vom September 2006 machte in keiner Weise auf die Gesundheitsgefahren aufmerksam, urteilte die Jury. "Dieser Fall zeigt, wie weit einige Pharma-Unternehmen zu gehen bereit sind, um ihren Absatz zu steigern", erklärte Consumer International.

Der Werbefilm lief am Beginn des Schuljahres und forderte Kinder und Eltern auf, den Arzt zu fragen, ob Rozerem das Richtige wäre (" Rozerem would like to remind you that it’s back to school season. Ask your doctor today if Rozerem is right for you.”) Die Werbung lief, ohne auf die schweren Nebenwirkungen hinzuweisen. So verstärkt Rozerem u.a. bei bereits depressiven Patienten Gedanken an Selbstmord.  

Kellogg´s: Fett, Zucker, Salz

Der US-Konzern Kellogg's erhielt den Preis für den Verkauf von besonders schlechtem Essen. Das Unternehmen verdiene Geld, indem es Produkte mit viel Fett und Zucker oder Salz verkaufe, hieß es. Zwar habe Kellogg's nach der Androhung juristischer Schritte in den USA seine Politik geändert, der Konzern tue aber zu wenig und es komme zu spät.

Mattel: Rückruf für 19 Millionen Artikel 

Auch der Spielzeug-Riese Mattel wurde ausgezeichnet für den Rückruf von rund 19 Millionen in China gefertigten Artikeln wegen bleihaltiger Farbe und sich ablösender, verschluckbarer Teile. Verantwortlich war überwiegend Mattel und nicht die chinesischen Lieferanten.

Details zu den von Consumers International kritisierten Firmen und Produkten finden Sie links oben unter DOWNLOADS (englisch).

Entscheidend für die Auswahl der Jury sind etwa die Größe des Unternehmens, die Absatzzahlen und die Auswirkungen auf den Verbraucher. Für die Preise wählt Consumer International aus Vorschlägen ihrer 220 Mitgliedsorganisationen aus. In Österreich ist der Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit dem Testmagazin "Konsument" Mitglied bei Consumer International.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo