Botarin

Teure Produkte mit fauler Werbung

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veröffentlicht: 05.11.2009, aktualisiert: 25.11.2009

Inhalt

Die Werbung preist Botarin (Anti-Aging, Körperpflege) als wahren Jungbrunnen an. Jetzt hat sogar die Apothekerkammer dazu aufgerufen, diese Aussagen auf Sachlichkeit hin zu überprüfen.

Glaubt man den Werbesprüchen des Herstellers, so ist die in Apotheken vertriebene Produktlinie Botarin (Anti-Aging und Körperpflege) ein wahrer Jungbrunnen. Bei Anwendung der Präparate werden glatte Haut, volles Haar und eine Traumfigur versprochen, zu Traumpreisen versteht sich.

Teueres Produkt 

Das große Botarin-Weihnachts-Set etwa enthält vier kleine Döschen Kosmetika (Intense Lifting Day Creme, Intense Lifting Night Creme, Intense Lifting Eye Creme und Intense Lifting Serum XL) und kostet stolze 239,90 Euro. Unterstützt wird die Werbekampagne durch die angeblichen Aussagen von Ärzten und Apothekern, die voll des Lobes über die Produkte sind.

Zweifelhafte Werbung

Die Reklame ist so dick aufgetragen, dass sich nun sogar die Apothekerkammer bemüßigt fühlte, die betroffenen Apotheker aufzurufen, diese Aussagen auf Sachlichkeit und wissenschaftliche Haltbarkeit hin zu überprüfen.

Kammeramtsdirektor Herbert Schipper schreibt in einem Brief an die Apotheker: „Die Werbung muss wahr und sachlich sein, der besonderen Stellung des Apothekers als Angehörigem eines Gesundheitsberufes gerecht werden und im Einklang mit Ehre und Ansehen der Apothekerschaft stehen“ und spricht weiters von „überzogenen Werbeaussagen“.

Auch wir sind von den angepriesenen Präparaten wenig überzeugt. Dass Falten mit Hilfe von Kosmetika einfach „weggecremt“ und Haarausfall durch ein Shampoo gestoppt werden können, ist weder durch unsere laufenden Tests noch durch wissenschaftliche Studien ausreichend belegt.

Nicht existente Apotheker

Dass bei Botarin Vorsicht geboten ist, belegt auch die Tatsache, dass die Herstellerfirma Botarin Vertriebsgesellschaft Ltd. mit Sitz auf Malta es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Im Zuge der Aussendung fand die Apothekerkammer nämlich heraus, dass drei der sechs in der Werbung angeführten Apotheker gar nicht existieren. Eine weitere genannte Apothekerin behauptet, dass die Firma ohne ihr Einverständnis in ihrem Namen wirbt.

Apothekerkammer prüft rechtliche Schritte

Die Apothekerkammer erwägt deshalb nun, rechtliche Schritte gegen die Firma einzuleiten. Außerdem legt die Kammer den beiden tatsächlich existierenden Apothekern aus der Botarin-Werbung nahe, ihr Engagement für die Präparate zu überdenken.

Wir fragen uns, was derartige Produkte überhaupt in Apotheken zu suchen haben. „Wenn schon mit nicht existenten Apothekerstatements geworben wird, muss auch die Frage erlaubt sein, ob an der hochgepriesenen Wirkung der Produkte etwas dran sein kann“, sagt VKI-Geschäftsführer Franz Floss.

Bild: VKI