Entschädigung für Patienten

Wenn Privat zum Nachteil wird

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KONSUMENT 9/2013 veröffentlicht: 29.08.2013

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Fälle aus der Patientenanwaltschaft - diesmal: Patientinnen und Patienten, die sich in privaten Krankenanstalten beziehungsweise bei niedergelassenen Ärzten behandeln lassen, haben bei auftretenden Komplikationen keinen Anspruch auf Leistungen aus dem Entschädigungsfonds.

Fall 1: gemeinnützige Krankenanstalt

Eine 62-jährige Patientin lässt sich in einer steirischen gemeinnützigen Krankenanstalt an der Schilddrüse operieren. Nach der OP kommt es zu einer beid­seitigen ­Lähmung der Stimmbänder mit massiven Problemen beim Atmen, Sprechen und bei der Nahrungsaufnahme.

Auch eine konsequente logopädische Behandlung bringt ­keine wesentliche Verbesserung. Ein Jahr nach der Erstoperation wird ein weiterer ­Eingriff in einer Hals-Nasen-Ohren-Abteilung vorgenommen, der zwar zu einer leichten Verbesserung der Atmung führt, die Sprechprobleme und Schwierigkeiten beim Trinken jedoch nicht beheben kann. Die Lebensqualität der Patientin bleibt stark beeinträchtigt.

Fall 2: Sanatorium mit niedergelassenem Chirurgen

Eine 53-jährige Patientin lässt sich in einem Sanatorium von einem niedergelassenen Chirurgen wegen einer massiven, medikamentös nicht einzustellenden Überfunktion der Schilddrüse operieren. Es wird die ge­samte Schilddrüse entfernt. Nach der Opera­tion tritt eine beidseitige Störung des rück­läufigen Kehlkopfnervs (Stimmnervs) auf. Die Patientin leidet unter ausgeprägter Atemnot bei bereits geringer körperlicher Belastung ­sowie bei längerem Sprechen.

Aufgrund von verstärktem Speichelfluss und Verschleimung besteht ein stän­diger Räusperzwang. Die ­Patientin neigt zu Hyperventilation, dabei ­treten wiederholt Erstickungsangst, Herz­klopfen und Schwindel auf. Durch die massive Einschränkung der ­Atmung ist keine körper­liche beziehungsweise sportliche Betätigung möglich. Der berufliche Alltag ist kaum zu ­bewältigen, das soziale Leben eingeschränkt. Die Patientin vermutet einen Behandlungs­fehler.

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