Gelsenmittel

Was die Quälgeister vertreibt

Seite 1 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 5/2010 veröffentlicht: 15.04.2010

Inhalt

  • Wirkstoffe reizen Augen und Schleimhäute
  • Ätherische Öle schützen nur wenig
  • Mittel nicht dauerhaft anwenden

Kein Sommer ohne Überfall: Dämmerungs- und nachtaktive Gelsen attackieren uns beim Grillen, im Gastgarten und sogar im Schlaf. Tagaktive Mücken greifen uns beim Wandern oder Radfahren an und sind in der Regel noch aggressiver. In Europa sind die kleinen Blutsauger meistens einfach nur ­lästig. Anders in Gebieten, in denen Krankheiten wie Malaria, Gelb- oder Dengue­fieber vorkommen.

Dort können bestimmte Mückenarten die Krankheitserreger über­tragen: Dämmerungs- und nachtaktive Mücken das West-Nil-Fieber, etliche Arten der Anopheles-Mücke Malaria. Gelb- und Denguefieber werden von tagaktiven Gelbfiebermücken übertragen. Diese waren ursprünglich in den Tropen und Subtropen beheimatet, kommen mittlerweile aber auch in Südeuropa vor.

Tigermücke

Doch wo es keine Tropenkrankheiten gibt, können diese Mücken sie auch nicht übertragen. Eine tagaktive ­Mückenart, die Asiatische Tigermücke, hat freilich im Sommer 2007 in Norditalien zweifelhafte Berühmtheit erlangt: Ein Reisender, der mit einer Infektionskrankheit (Chikungunya-Fieber) aus Indien zurückgekehrt war, wurde von einer Tigermücke gestochen, die das Virus mit dem nächsten Stich weiter trug. Dutzende Personen wurden angesteckt – das sind bislang Ausnahmen.

In Europa verbreitete Erreger wie Hepatitis oder Aids-Viren werden von Mücken nicht übertragen. Bei uns verpatzen lästige Gelsen in erster ­Linie laue Sommerabende.

Stiche in Kauf genommen

Wie effizient vermögen Antimückenmittel, auch als Repellents bezeichnet, die Atta­cken dieser Plagegeister hintan zu halten? Gemeinsam mit unseren Kollegen von der deutschen Stiftung Warentest sind wir dieser Frage gründlich nachgegangen.

Jeweils fünf Personen haben die Wirksamkeit von Sprays, Lotionen oder Gel an ihrem Unterarm erprobt. Der Testvorgang verlangte den Prüfern teilweise gehörig Mut und Überwindung ab, denn so manches Mittel erwies sich als völlig wirkungslos. Die Mücken attackierten dann schnell und heftig. Alles in allem wurden die Tester über 3.000 Mal gestochen.

Zeit bis zum ersten Stich

Aber der Reihe nach: Die getesteten Mittel sollen Gelsen von ihren Opfern fern halten. Fern halten bedeutet, dass die Mücken nicht stechen. Um die Wirksamkeit der ­Repellents fest zu stellen, wurde zunächst die Zeit bis zum ersten Stich gemessen.

Bei den aggressiveren, tagaktiven Mücken ­wurde der Test nach drei erfolgten Stichen, bei den trägeren, dämmerungsaktiven Mücken nach zwei erfolgten Stichen abgebrochen. Auch die Zeit bis zum Abbruch wurde ermittelt. Sie ist in der Tabelle als „durchschnittliche Wirksamkeit“ angegeben.

Je länger die Testpersonen vor dem ersten Stich geschützt waren, desto besser wurde die Wirksamkeit des Mittels bewertet. Konnte ein Mittel die aggressive, tag­aktive Gelbfiebermücke über drei Stunden vom Stechen abhalten oder war auf der Packung ein Schutz gegen Malaria ausgelobt, wurde das Produkt auch an Malariamücken (Anopheles gambiae) getestet.

Die meisten Mittel, die tagaktive Mücken gut abwehrten, wirkten auch gut bis sehr gut gegen die Stiche von Malariamücken.

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
10 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Anti Brumm Forte
    von REDAKTION am 06.07.2010 um 09:49
    Unser Test bezog sich lediglich auf die Abwehr von Gelsen bzw. Mücken. Zu Wespen bzw. Bremsen können wir, was die Wirksamkeit der in diesem Test erwähnten Repellents angeht, keine Aussagen machen. Ihr-Konsument-Team
  • Anti-Brumm Forte
    von joer1 am 05.07.2010 um 14:48
    Ich habe das Insektenschutzmittel "ANTI BRUMM Forte" gekauft, musste aber leider feststellen das auch dieses Mittel seinen Versprechen nicht hält. Um ein bisschen schwimmen gegen zu können, muss ich mir das Gesicht und die Haare mit Insektenschutzmittel einsprühen, weil wir in unseren Dorf, sehr viele Bremsen (Pferdefliegen) haben. Euer Mittel ANTI BRUMM, ist beim österreichische Konsumentenschutz, als Testsieger gekürt worden, daher wollte ich wissen ob es mir besser helfen wird als alle anderen ausprobierten Mitteln. Leider muss ich Ihnen mitteilen das auch dieses Produkt nicht wirksam ist, d.h. das die Bremsen und die Wespen trotzdem beissen/stechen. Ausser die unangenehmen Sachen wie: eine klebrige Haut und sehr fettige Haare, konnte das Produkt nicht die Erwartungen erfüllen. Es wäre dringend erforderlich diese Mitteln so zu produzieren das sie die Wirkung zur Abschreckung auch erfüllen.
  • Autan Family Care: gesundheitlich gut
    von hwy2001 am 25.05.2010 um 00:17
    Kann ich bestätigen.
  • Repellents scheinen mir alle bedenklich
    von silviaf am 28.04.2010 um 14:39
    Die Gesundheitseigenschaften werden in Ihrem Test bis auf eine Ausnahme alle mit durchschnittlich bis weniger zufriedenstellend beurteilt. Ich möchte Mittel, die chemische (Gift-)Stoffe enthalten, alle nicht an meine Haut lassen. Meist ist es doch gar nicht nötig, über viele Stunden geschützt zu sein. Wir verwenden seit Jahren bei Bedarf erfolgreich selbst gemixten Spray mit ätherischen Ölen (Wasser mit Zitrone, Orange, Lemongras, Lavendel), der bei Bedarf (nach einigen Stunden) nachgesprüht wird. Die Gelsen mögen den Geruch nicht und bleiben fern.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo