Generika in Apotheken: Aspirin und Zovirax

Teure Pillen aufgeschwatzt

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KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 23.05.2012, aktualisiert: 28.06.2012

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Apotheken im Test: Viele Apotheker verkaufen lieber teure Originalpräparate als günstigere Generika, das zeigt unser Preisvergleich. - Das ist ärgerlich, weil sich beim Medikamentekauf viel Geld sparen ließe.

Für ihre Gesundheit greifen Frau und Herr Österreicher tief ins Portemonnaie. Über die Krankenkassenbeiträge hinaus wird pro Jahr weit mehr als eine halbe Milliarde Euro für frei verkäufliche, also nicht rezeptpflichtige Medikamente ausgegeben. Doch beim Arzneiverkauf über die Ladentheke – englisch: over the counter (OTC) – ließe sich einiges an Geld sparen.

Keine Preisregulierung

Ein Blick auf die Liste der am häufigsten verkauften OTC-Präparate in Österreich zeigt eine Dominanz der in der Regel teureren Originalpräparate. Was offenbar viele Apothekenkunden nicht wissen: Für zahlreiche OTC-Mittel sind deutlich günstigere Nachahm-Präparate, sogenannte Generika, auf dem Markt. Diese stehen sowohl hinsichtlich der Qualität ihrer Inhaltstoffe als auch was die Wirksamkeit anbelangt auf einer Stufe mit den Originalpräparaten (Originatoren).

Generika zum gleichen Preis verkauft

Dass die Hersteller die Generika zu günstigeren Preisen anbieten können, hat vor allem damit zu tun, dass kaum Entwicklungskosten anfallen und deutlich weniger Geld in die Produktplatzierung (also Werbung und Verpackungsdesign) investiert wird. Es gibt allerdings Ausnahmefälle. Der OTC-Markt ist im Gegensatz zu den rezeptpflichtigen Medikamenten keiner Preisregulierung unterworfen, die Preise müssen lediglich gemeldet werden. Deshalb kann es vorkommen, dass Generika zum gleichen Preis verkauft werden wie die Originalpräparate oder sogar teurer sind.

Aspirin und Zovirax für Preisvergleich

Der Kunde hat in der Regel keine Möglichkeit zum Preisvergleich. Er kann diese Information nur direkt in der Apotheke einholen. Im Rahmen unseres aktuellen Tests in 20 Wiener Apotheken haben wir uns angeschaut, inwieweit dem Wunsch des Kunden nach einem günstigeren und gleichwertigen Präparat nachgekommen wird. Überprüft haben wir dies anhand von zwei häufig verlangten Präparaten: dem Schmerzmedikament Aspirin (Tabletten 500 mg) und dem Fieberblasenmittel Zovirax (Creme 5 %).

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Apotheke St. Veit, Apotheke am Spittelberg, Westend-Apotheke, Marien-Apotheke, Apotheke 'Zum weißen Kreuz', Beethoven-Apotheke, Billroth-Apotheke, Apotheke am Lainzer Platz, Herz-Jesu-Apotheke, Johannes-Apotheke, Johann-Strauß-Apotheke, Muttergottes-Apotheke, Siebenbrunnen-Apotheke, St. Charles-Apotheke, Apotheke 'Zur Kaiserkrone', Babenberger-Apotheke, Apotheke Hernals, Apotheke 'Zur heiligen Johanna', Grinzinger-Apotheke, Kaiser-Josef-Apotheke

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Kommentare

  • Zweiter Versuch
    von ProfAn am 11.09.2012 um 08:57
    Danke dafür, dass Konsument dieses Thema wieder an die Öffentlichkeit gebracht hat. Schon vor einigen Jahren gab es einen ähnlichen Arktikel und ich habe damals versucht ein Generika, ähnlich wie Aspirin, in der Apotheke zu bekommen. Als ich ein Schmerzmittel mit dem Wirkstoff ASS wollte, griff der damalige Chef der Apotheke zu Aspirin. Daraufhin verlange ich ein Generika. Der Apotheker tat so, als ob er nicht verstünde. Ich musste ihm den Begriff "Generika" erklären. Er schob mir die Schachtel Aspirin, mit der Bemerkung, er hätte kein anderes Medikament mit diesem Wirkstoff, hin. Als ich ihn darauf ansprach, dass die hinter ihm im Regal stehenden Aspro ebenfalls den gleichen Wirkstoff beinhalten würden, wurde er etwas ungehalten. Ich solle mich endlich entscheiden, will ich nun das Aspirin oder nicht!? Ich wollte nicht und habe nie wieder in dieser Apotheke eingekauft. Jetzt werde ich einen zweiten Versuch starten.
  • eigene Erfahrungen
    von Musik am 04.07.2012 um 19:58
    Besten Dank für den Apotheken-Generika-Test, er entspricht so ziemlich unseren Erfahrungen. Vor einigen Jahren wurde ich (durch Konsument natürlich) auf das Aspirin-Generikon ASS aufmerksam, es gab da auch eine Aspirin C-Brausetabletten-Variante, die ich dann und wann nehme, die zu bekommen, war aber oft nicht einfach. Teilweise stellte man sich in Apotheken (auch in solchen, wo ich das Produkt schon gekauft hatte) unwissend ("was meinen sie?"), besonders wenn man die ganz genaue Bezeichnung gerade nicht wußte, man riet zum Originalprodukt ("aber das ist doch eh das Gleiche wie ..."), es sei nicht lagernd und mußte bestellt werden, jetzt dürfte das Medikament überhaupt nicht mehr lieferbar sein. Originell die Reaktion des Apothekers in neuen Konsument - und auch das so oft gebrachte Argument, die Generika wären nicht lagernd, weil die nur selten verlangt würden. Na ja, warum denn das? Könnte es deswegen sein, weil man die Existenz solcher billigerer Medikamente möglichst "geheim" hält und sie dann, no na, auch nur selten verkauft?
  • Nicht rezeptpflichtige Medikamente
    von REDAKTION am 25.05.2012 um 11:32
    Der Verweis auf Neben- und Wechselwirkungen sowie auf Gegenanzeigen findet sich bei unseren Mediekamententests am Ende des Heftes meistens sogar ausführlich. Zur Entbehrlichkeit von frei erhältlichen Medikamenten ist anzumerken, dass wir ebenfalls zum zurückhaltenden Gebrauch der Präparate stehen, in bestimmten Fällen ist er jedoch aus unserer Sicht durchaus sinnvoll. Nur unterschreiben können wir den Aufruf zum Verzicht, was Vitaminpräparate bzw. Nahrungsergänzungspräparate angeht, denn diese sind wirklich fast immer überflüssig.
  • Nicht rezeptpflichtige Medikamente
    von Grouper am 25.05.2012 um 11:07
    Ich vermisse bei den Test von frei erhältlichen Medikamenten IMMER den Hinweis der Konsument-Redaktion, daß auch freie Medikamente Nebenwirkungen haben und man deshalb äußerst vorsichtig beim Gebrauch sein sollte. Prinzipiell bin ich auch der Meinung, daß man den Menschen nichts Gutes beim Test von frei erhältlichen Medikamenten tut. Persönlich halte ich die meisten dieser Medikamente für entbehrlich. Weswegen ich auch den Hinweis schmerzlich vermisse, daß bei entsprechender Ernährung und Lebensführung ein Großteil dieser Medikamente nicht notwendig wären bzw. durch zeitweilige Diät oder einfache Hausmittel ersetzt werden könnten.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo