Zum Inhalt

Gesund leben - Brandwunden

, aktualisiert am

Laue Sommerabende laden zum Grillfest ein – und enden allzu häufig mit schmerzenden Brandwunden. Am besten hilft: rasch kühlen!

Neugierige Kinder drängeln ungeduldig um das Grillgerät, fassen irrtümlich an die heiße Zange oder stoßen an den glühenden Grill. Noch schlimmer: Um das Feuer anzuheizen, schüttet der Gastgeber unbedacht Spiritus nach, und die Stichflamme verbrüht die Umstehenden. Was tun? Kühlen Kopf bewahren und rasch handeln! Je kürzer die Hitzeeinwirkung, desto eher sind die Schäden reversibel.

Erste Hilfe

Betroffene Hautstelle sofort unter fließendes kaltes Wasser halten, in Wasser tauchen oder kalte Umschläge auflegen. Das Wasser sollte etwa 15 Grad haben und so lange einwirken, bis die Schmerzen nachlassen. Das kann bis zu 20 Minuten dauern. Diese Maßnahme kann verhindern, dass sich Blasen bilden und die Haut sich entzündet.

Nach der Kühlung werden die Brandwunden locker in sterile Tücher eingeschlagen. Am Körper angeklebte Kleidungsstücke nicht abreißen, die sterilen Tücher werden einfach über die Kleiderreste gewickelt. Bei Verbrühen durch heiße Flüssigkeiten sollte die nasse Kleidung dagegen möglichst rasch entfernt werden. Sind Verbrennungen im Gesicht entstanden, sollten diese nicht bedeckt werden.

Richtige Versorgung

Verbrennungen werden in drei Schweregrade eingeteilt. Im leichtesten Fall ist nur die Oberhaut betroffen, die sich stark rötet und spannt. Die Beschwerden gehen von selbst zurück, ein Verband ist nach der Kühlung nicht nötig; nach der Heilung bleiben keine Narben.

Verbrennungen zweiten Grades

Bei Stufe zwei sind die Oberhaut und die oberste Schicht der Lederhaut betroffen, Haarwurzeln, Drüsen und Nerven bleiben aber intakt, weshalb die Verbrennung stark schmerzt. Es bilden sich wassergefüllte Blasen. Nach der Kühlung wird ein steriler Verband, noch besser: ein metallbedampftes Vlies, angelegt. Der Heilungsprozess kann drei Wochen dauern, hinterlässt keine Narben, eventuell aber Pigmentstörungen.

Dritter Grad

Verbrennungen dritten Grades zerstören die Haut tief greifend. Die Wunde kann weißlich bis schwarz verkohlt sein und ist extrem infektionsgefährdet. Bei der Heilung solcher Brandwunden entstehen Narben. Über Gelenken können sie die Bewegung beeinträchtigen.

Schwere Verbrennungen

Eine Person mit schweren Verbrennungen nach der Erstversorgung sofort warm einhüllen oder zudecken, dabei jedoch Druckstellen vermeiden. Rasch den Notarzt verständigen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Puls und Atmung regelmäßig kontrollieren, verletzte Kinder möglichst im Arm halten.

Flüssigkeitsverlust ausgleichen

Bei größeren Brandwunden geht viel Gewebeflüssigkeit verloren. Der Elektrolytmangel kann zum Schock führen. Zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes eignet sich am besten Mineralwasser ohne Kohlensäure. Es sollte schluckweise getrunken werden. Jedoch keine Flüssigkeit verabreichen bei Bewusstseinsstörung, Übelkeit und Verbrennungen im Gesicht.

Vorsicht vor Hausmitteln

Egal, ob die Brandwunde klein ist oder ein größeres Hautareal betrifft: Wenden Sie niemals „Hausmittel“ wie Öl, Mehl, Puder, geriebene Kartoffeln, Salben oder Desinfektionsmittel an, sie richten unter Umständen noch mehr Schaden an. Um Infektionen zu vermeiden, Blasen nicht öffnen. Es bildet sich darunter geschützt die neue Haut.

Ärztliche Beratung: Dr. Erika Trappl

  • Wenn eine Brandblase stark spannt; der Arzt kann sie punktieren.
  • Denken Sie daran, dass eine Brandwunde eine offene Wunde ist und deshalb der Tetanusschutz überprüft werden muss.
  • Mit Kindern: immer in ein Krankenhaus.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums 

Sozialministerium

Zum Seitenanfang