Gesund leben

Schluckauf

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Konsument 5/2001 veröffentlicht: 01.05.2001

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„Wer denkt denn an dich?“, heißt es, wenn jemand Schluckauf hat. Der unangenehme Zwerchfellkrampf hat nicht diesen, aber hundert andere Gründe. Ebenso viele Tricks sollen angeblich helfen.

Weniges ist so überflüssig wie Schluckauf; sinnvoll ist er aber in den ersten Monaten für das Kind, das im Mutterleib heranwächst: Die Reaktion des kindlichen Zwerchfells verhindert, dass es beim Atemtraining Fruchtwasser verschluckt. Dieser ursprüngliche Reflex kann später durch Irritation des Zwerchfells ausgelöst werden. Das kann durch zu hastiges oder exzessives Essen sein, zu heiße oder zu kalte Getränke, übermäßiges Rauchen, Alkoholmissbrauch, Schwangerschaft, Aufregung und Nervosität, Entzündungsreaktionen in Speiseröhre und Magen. Oft sind die Ursachen unbekannt. Im Allgemeinen vergeht der Schluckauf spontan, kann sich aber zu einem andauernden Problem entwickeln.

Ernsthaftes Leiden

Chronischer Schluckauf ist ein ernsthaftes Leiden, das zu Komplikationen führt und letztlich arbeitsunfähig macht. Er kann auf großer Nervosität beruhen, aber auch schwer wiegende organische Gründe haben, die das Zwerchfell reizen: Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwüre, Krankheiten der Speiseröhre, Lungenentzündung, Hepatitis, Tumore oder Metastasen, das Absterben kleiner und kleinster Regionen im Gehirn oder systemische Infektionen, also solche, die den ganzen Körper betreffen. Schluckauf kann auch von Medikamenten, etwa Beruhigungs- oder Narkosemitteln, ausgelöst werden. Das Zwerchfell zieht sich im Krampf zusammen und erzeugt dadurch ein größeres Lungenvolumen, sodass Unterdruck entsteht und mit großer Geschwindigkeit Luft angesaugt wird. Doch diese kann nicht gleich in die Lunge gelangen: Sie prallt auf die geschlossene Stimmritze, jene Klappe, die die Luftröhre verschließt, damit keine Nahrung in sie eindringen kann – ein „Hicks“ entsteht.

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