Gesund leben: Gesichtslähmung

Nervus facialis

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Konsument 12/2005 veröffentlicht: 14.11.2005

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Beim morgendlichen Blick in den Spiegel stellt man mit Erschrecken fest, dass ein Mundwinkel herabgezogen ist und das Augenlid nicht schließt. Was ist da passiert?

Nervus facialis versorgt Gesichtsmuskulatur

Für die Empfindungen im Gesicht und die Mimik ist das ungestörte Zusammenspiel von Gehirn, Nerven und Muskeln nötig. Die Gesichtsmuskulatur wird vom so genannten siebenten Hirnnerv, dem Nervus facialis, versorgt. Ist er geschwächt oder gelähmt, bekommen die Muskeln von Stirn, Lid, Nase, Wange und Lippen schwache oder gar keine Impulse mehr und können sich nicht wie gewohnt bewegen. Meist ist nur eine Gesichtsseite betroffen. In der Folge können Probleme beim Essen und Trinken auftreten, die Aussprache ist erschwert, das Hörvermögen und der Geschmacksinn verändern sich, es wird am betroffenen Auge zu wenig Tränenflüssigkeit erzeugt.

Ursache meist ungeklärt

Bei drei Viertel aller Fälle kann die Ursache nicht geklärt werden. Meist ist es jedoch eine harmlose Bakterien- oder Vireninfektion (z.B. Herpes), weshalb Fachleute auch von einem „Schnupfen des Gesichtsnervs“ oder einer peripheren Facialislähmung sprechen.

Ernster ist eine zentrale Facialislähmung, verursacht etwa durch eine Einengung des Nervenkanals, den Bruch von Felsenbein (Gehörgang) oder Unterkiefer, als Folge eines Tumors, einer Gehirnoperation, eines Schlaganfalls, einer Gehirnhautentzündung (TBC, Borreliose), einer hirnorganischen oder neurologischen Schädigung. Besonders gefährdet sind Diabetiker mit schlechter Blutzuckereinstellung; auch Bluthochdruck ist ein Risikofaktor.

Periphere Lähmung

Die periphere Lähmung geht meist nach einigen Wochen bis sechs Monaten von selbst zurück, nur selten bleiben Restprobleme wie Zuckungen oder „Krokodilstränen“ bestehen. Dies passiert, wenn Sekretfasern der Speicheldrüse „irrtümlich“ in die Tränendrüse eingewachsen sind.

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Bild: VKI