Gummibärli-Aspirin: Werbung für Medikamente

Verwechslungsgefahr

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Konsument 8/2005 veröffentlicht: 18.07.2005, aktualisiert: 09.08.2005

Inhalt

Ein Werbegeschenk, dass dem zum bewerbenden Produkt zum Verwechseln ähnlich sieht, erhitzte die Gemüter.

Aspirin steht drauf, Fruchtgummi ist drin

„Tobias, sofort gibst du das her!“ Frau S. war alarmiert. Gerade hatte ihr vierjähriger Sohn beim Arzt ein Sackerl geschenkt bekommen. Dessen Aufschrift lautete: „Aspirin+C – Grippe einfach wegsprudeln.“ Und Frau S. ging natürlich davon aus, dass es sich um ein Medikament handelt, das nicht in Kinderhand gehört. Dann aber studierte die besorgte Mutter das klein Gedruckte auf der Verpackung: Kein Acetylsalicylsäure-Pulver war drinnen, sondern lediglich Fruchtgummi. Also ein Werbegeschenk! Tobias hätte gefahrlos davon naschen können.

Kinder werden getäuscht

Geärgert hat sich Frau S. über die als Medikament getarnte Süßigkeit trotzdem und wandte sich an uns. Auch wir meinen, dass so eine Packung Missverständnisse bei Groß und Klein hervorruft: Die Eltern geraten in – zum Glück unbegründete – Panik. Und Kinder, besonders die kleinen, werden im Glauben bestätigt, dass sich in Medikamentenschachteln immer Zuckerln verbergen.

Dankeschön für "Fachleute"

Der Hersteller Bayer sieht das anders. Die Fruchtgummi-Packerln seien als kleines Dankeschön für Mitarbeiter in Apotheken gedacht, also für Fachleute. Und daher sei eine Verwechslung nicht möglich. Allerdings: Pro Apotheke werden laut Bayer ein paar Hundert Säckchen ausgeliefert. Auszuschließen ist es da nicht, dass das eine oder andere Exemplar in kleine Hände gelangt. Und Mutter oder Vater dann dem Nachwuchs erschrocken die vermeintliche Arznei entreißt.

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Bild: VKI