Haarmineralanalyse im Test

Haarsträubend

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Konsument 3/2009 veröffentlicht: 26.02.2009

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  • Die Haarmineralanalyse ist keine empfehlenswerte Untersuchungsmethode
  • Angebotene Nahrungsergänzungsmittel sind teuer und unnötig
  • Gegebene Therapieempfehlungen sind eher schädlich als nützlich

Als zuverlässige Untersuchungsmethode wird die Haarmineralanalyse (HMA) von den Anbietern gerne verkauft. Eine Unterversorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen soll damit genauso nachweisbar sein wie Schadstoffbelastungen des Körpers. In Österreich haben Apotheker, Institute und Friseure das Geschäft mit den Haaren entdeckt und verlangen für eine Analyse bis zu 150 Euro.

Manche Anbieter werben auch mit der Weltgesundheitsbehörde (WHO), die das Verfahren angeblich zu Untersuchungszwecken empfiehlt. Das Institut für Mineralmedizin in Breitenfurt bei Wien behauptet gar, die Messung im Haar sei nützlicher als eine Blutuntersuchung. Die Traunstein-Apotheke im ober­österreichischen Gmunden lässt verlauten, dass die aus der Analyse ermittelten Werte mit den Ergebnissen Zehntausender anderer Analysen verglichen würden, somit statistisch erstellt und bestens abgesichert seien.

Umstrittene Methode

Tatsache ist, HMA wird zwar zum Nachweis von Drogenkonsum oder auch bestimmter Vergiftungen, etwa durch Quecksilber, eingesetzt, ob es allerdings weitergehende Rückschlüsse auf den Ernährungs- und Gesundheitszustand zulässt, ist zumindest umstritten. Wir wollten deshalb wissen, inwieweit das Verfahren als Untersuchungsmethode geeignet ist. Außerdem interessierte uns, welche Empfehlungen die Anbieter auf Basis der HMA zur Verbesserung bzw. Erhaltung des Gesundheitszustandes geben. Dazu schickten wir im Oktober vergangenen Jahres Haarproben zweier gesunder Testpersonen im Alter von 30 und 48 Jahren an fünf verschiedene Anbieter in Österreich, darunter drei Apotheken (Traunstein-Apotheke/Gmunden, Schutzengel Apotheke/Ebensee, Apotheke zum Großen Gott/Innsbruck), ein Institut (Institut für Mineralmedizin/Breitenfurt) und einen Haarsalon (Salon Madame/Wörgl). Als Begründung gaben unsere Tester an, dass sie gerne einen Gesundheitscheck machen lassen wollten.

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