Haarwuchsmittel

Nur die Hoffnung sprießt

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Konsument 12/2001 veröffentlicht: 01.12.2001

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Mit der Haarpracht schwinden Schönheit und Jugend: Deshalb stehen Mittel gegen das Kahlwerden hoch im Kurs.

Das Kopfhaar ist Ausdruck von Eros und Kraft. Die schöne Lorelei verdrehte den Schiffern die Köpfe, wenn sie hoch oben auf dem Felsen ihr goldenes Haar kämmte. Kaiserin Sisi betrieb einen regelrechten Kult um ihr langes Haar, und noch heute geben Personalberater eher Bewerbern mit vollem Kopfhaar eine Chance als solchen mit schütterem Kopfschmuck.
Haarverlust ist deshalb für Männer wie Frauen eine große psychische Belastung.

Hilflos ausgeliefert

Es kränkt das Selbstbewusstsein, schütteres Haar zu haben – noch dazu, da man die Haare ohne eigenes Zutun verliert und dem Haarausfall hilflos ausgeliefert ist: Es ist ein natürlicher Alterungsvorgang, der von Erbfaktoren abhängt, von mütterlichen und väterlichen. Die Haarpracht ist sowohl eine persönliche als auch kulturelle Angelegenheit: Beginnende Glatzen am Haaransatz hießen einstmals „Ehestandsecken“, als der bürgerliche Mann erst mit gesicherten Einkünften im gesetzten Alter eine Familie gründen konnte. In der Zeit des Jugendkults wird eine frühe Glatze für den jungen Mann dagegen zum Problem – obwohl sie Zeichen besonderer Männlichkeit ist: Ein Zuviel des männlichen Geschlechtshormons Testosteron im Verhältnis zu dem weiblichen Hormon Östrogen bewirkt den Haarverlust. Glatzenbildung ist ein „Privileg“ weißer Männer, jeder zweite Mann hier zu Lande ist davon betroffen. Schon im zwanzigsten Lebensjahr kann es beginnen: Vom Haaransatz her lichtet sich die Pracht, am Hinterkopf bildet sich eine kahle Stelle, die sich ausdehnt und rund um die vierzig allmählich mit der Stirnglatze zusammenwächst.

50 bis 80 Haare pro Tag sind normal

Bei Frauen gilt es als besonders weiblich, langes Haar zu tragen. Besorgt wird die Bürste oder der Polster beäugt, ob viele Haare daran hängen. Aber es ist normal, jeden Tag 50 bis 80 Haare zu verlieren. Erst wenn täglich 100 Haare verloren gehen, wird es kritisch. Nach den Wechseljahren verdünnt und lichtet sich – durch den veränderten Hormonhaushalt – das Haar. Für viele Frauen ein leidvoller Abschied von der Jugendlichkeit.

Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo