Heimsolarien

Künstliche Sonne mit Schattenseiten

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Konsument 10/2004 veröffentlicht: 14.09.2004

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  • Gesichts- und Oberkörperbräuner sind erschwinglich
  • Bequem, aber nicht ohne Risiko
  • Ein Übermaß lässt die Haut altern

Mit künstlicher Sonne nachhelfen

Käseweiße Haut zu haben ist für manche eine dermaßen schreckliche Situation, dass sie alle Warnungen von Hautärzten in den Wind schlagen und während der kalten Jahreszeit mit künstlicher Sonne nachhelfen. Für jene, die beim Bräunen gemütlich zu Hause auf der Couch sitzen möchten, werden Heimsolarien angeboten. Dafür muss man aber einiges investieren, denn Ganzkörperbräuner (Liegebetten) kosten zwischen 1000 und 5000 Euro. Wesentlich günstiger gibt es Geräte für Gesicht oder Oberkörper; die benötigen auch nicht so viel Platz. Wir haben uns eine Auswahl dieser Geräte angesehen.

Keine gesundheitlichen Vorteile

Gleich vorweg ist mit gängigen Irrtümern zum Thema Heimsolarium aufzuräumen. Eine Stärkung des Immunsystems, wie es auch von den Herstellern dieser Geräte behauptet wird, ist bisher nicht nachgewiesen worden. Das Gegenteil scheint der Fall – es gibt Hinweise, dass eine häufige Bestrahlung mit hoch dosiertem UV-A-Licht, wie es in Solarien verwendet wird, die Abwehrkräfte sogar schwächt. Eine weitere oftmals anzutreffende Meinung ist, dass man mit der Bestrahlung einen Mechanismus ankurbeln kann, durch den die Haut selbst einen Sonnenschutz entwickelt. Auch das stimmt nicht, denn das Strahlenspektrum der Heimsonne reicht nicht aus, um die so genannte Lichtschwiele (Verdickung der obersten Hautschicht) zu bilden. Auch durch intensive Bräunung können Hellhäutige lediglich eine Schutzwirkung erzielen, die einem Sonnenschutzfaktor 3 entspricht.

Keine Hilfe gegen Depression

Und wer schließlich dem Argument der Produzenten oder Vertreiber Glauben schenkt, dass die Bräunung mittels Heimsonne für den Vitamin-D-Stoffwechsel unerlässlich sei, ist ebenso auf dem Holzweg: Das von diesen Geräten abgegebene Strahlenspektrum ist dafür unzureichend. Wer sich ausgewogen ernährt und jeden Tag 20 Minuten an der frischen Luft bewegt, tut für seine Gesundheit ungleich mehr.

Auch zur Behandlung der Winterdepression sind Heimsolarien nicht geeignet. Dafür gibt es eigene Lichttherapiegeräte, die keine UV-Strahlen aussenden (siehe dazu: Weitere Artikel - „Lichttherapiegeräte"). Und wer Behaglichkeit und Wärme sucht, findet dies während der kalten Jahreszeit viel eher in einer Sauna als im Solarium.

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