HPV-Impfberatung beim Kinderarzt

Defizite bei der Aufklärung

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KONSUMENT 5/2014 veröffentlicht: 24.04.2014

Inhalt

Beratungstest: Wie gut informieren Kinderärzte über die HPV-Impfung? Die Impfung gegen die Gebärmutterhalskrebs auslösenden HPV-Viren ist seit Februar im österreichischen Impfplan verankert.

Diese Kinderärzte finden Sie in der Testtabelle:

  • Dr. Susanne Bernhardt
  • Dr. Ecatarina Bertalan-Fenyö
  • Dr. Horatiu Cornea
  • Dr. Grace Hayek
  • Dr. Robert Holzer vertreten durch Dr. Nazak Dadgar
  • Dr. Marianne Lippert
  • Dr. Georg Maiwald
  • Dr. Hannes Mayer
  • Dr. Stefan Pelzl
  • Dr. Johann Sommer
  • Dr. Stefan Thalhammer
Geprüft wurden der telefonische Erstkontakt, das Arztgespräch sowie der Gesamteindruck des Arztgespräches.
  

 
Und hier unser Testbericht: Seit Februar dieses Jahres wird die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Schülerinnen und Schüler der vierten Schulstufe (vollendetes neuntes Lebensjahr) mit Wohnsitz in Österreich im Rahmen des bestehenden Schulimpfprogramms für 9- bis 12-Jährige kostenfrei angeboten. Je nach Bundesland können die Kinder entweder in der Schule oder bei öffentlichen Impfstellen beziehungsweise bei niedergelassenen ­Kinderärzten geimpft werden. Der Impfstoff gegen Humane Papillomviren wird in zwei Teilimpfungen im Mindest­abstand von sechs Monaten verabreicht.

Falsche Zahlen und Fakten

Vor der Aufnahme der HPV-Impfung in den österreichischen Impfplan wurde eine emotionale und mit teilweise falschen Zahlen unterfütterte Debatte geführt. So war etwa von jährlich 700 Todesfällen durch von HPV verursachten Gebärmutterhalskrebs die ­Rede und davon, dass durch die Impfung Tausende unnötige Operationen vermieden werden könnten. Laut Statistik Austria erkranken in Österreich pro Jahr rund 400 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom), 150 davon sterben. Da die Impfung jedoch nicht gegen alle krebsauslösenden HPV-Viren schützt, lassen sich durch die Impfung auch nicht alle Todesfälle verhindern.

 
Auswirkung der Impfung erst in 20 Jahren

Auch die ­Erwartung, dass die Impfung eine unmittelbare Auswirkung auf die Zahl der Todesfälle haben wird, kann nicht erfüllt werden. Eine Modellrechnung des Wiener Ludwig Boltzmann Institutes ergab, dass sich selbst bei konsequenter Durchimpfung aller Mädchen ein diesbezüglicher Effekt in Österreich erst in 20 Jahren abzeichnen würde. Dann könnte die HPV-Impfung pro Jahr rund 7 Frauen das Leben retten; in 50 Jahren wären es 33 Frauen.

 


 

Lesen Sie außerdem folgende Artikel:

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Dr. Stefan Pelzl, Dr. Hannes Mayer, Dr. Susanne Bernhardt, Dr. Georg Maiwald, Dr. Johann Sommer, Dr. Stefan Thalhammer, Dr. Marianne Lippert, Dr. Robert Holzer, Dr. Horatiu Cornea, Dr. Grace Hayek, Dr. Ecaterina Bertalan-Fenyö

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Kommentare

  • HPV Impfung
    von A.R. am 17.05.2014 um 21:38
    * 400 neuaufgetretene Gebärmutterhalskrebserkrankungen jährlich: 70 % werden durch die Impfung verhindert, also 280 Krebserkrankungen pro Jahr. Krebserkrankung bedeutet oft Operation und Chemotherapie- schön, dass man dies bei so vielen Frauen verhindern kann. Meine Gratulation an die Gynäkologie, von 400 Krebserkrankten sterben "nur" 7. * Die Impfeffekte zeigen sich in 20 Jahren. Ist dies nicht auch bei Rauchpräventivmaßnahmen so?- der Lungenkrebs, Herzinfarkt.. kommt erst viel später. Die Impfung ist meiner Meinung nach sinnvoll zu bewerten. Muß von ärztlicher Seite der Mutter eines 9-jährigen Knaben, im Beisein des Kindes, wirklich gesagt werden,auch Analkarzinome werden vermieden, besonders vielleicht wenn er honosexuell ist und Analverkehr praktiziert. Bzw welche Sexualpraktiken Rachenkarzinome verursachen? Wäre vielmehr nicht die Frage interessant gewesen, ob und welche Impfreaktionen oder gar Impfkomplikationen auftreten können? Die Fragestellungen und Qualitätsbewertungen dieses Testes liegen, denke ich, irgendwie daneben. A.R.
Bild: VKI