Hypnose

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Konsument 1/2007 veröffentlicht: 06.12.2006, aktualisiert: 29.12.2006

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Hypnose ist als Diagnose- und Therapieverfahren zunehmend anerkannt.

Kein Hokuspokus

Den Begriff Hypnose assoziieren wir wohl eher mit David Copperfield als mit einer medizinischen Anwendung. Doch als Diagnose- und Therapieverfahren ist die sogenannte Hypnotherapie weit entfernt von Hokuspokus. Dass Menschen in einen Trancezustand versetzt werden und Heilungschancen sich dadurch erhöhen können, ist seit Langem bekannt. Bereits auf alten ägyptischen Papyrusrollen ist dokumentiert, wie die Ärzte aus dem Reich der Pharaonen mit Hypnose praktizierten. In Europa wurde die Methode im 19. Jahrhundert populär. Britische Ärzte setzten sie bei Operationen ein.

Keine wissenschaftliche Erklärung

Lange Zeit versuchte man, den hypnotischen Zustand rein wissenschaftlich zu erklären. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich die Erkenntnis durch, dass es sich bei den unter Hypnose beobachteten Veränderungen um besondere Zustände des menschlichen Bewusstseins handelt. Der Verstand wird zurückgenommen, Logik und Vernunft werden zugunsten von Emotionalität zurückgedrängt und das Bewusstsein eingeengt. Aus dem Alltag kennen wir ähnliche Zustände – wenn etwas unsere Aufmerksamkeit so sehr fesselt, dass wir gar nicht mehr richtig wahrnehmen, was sich um uns herum abspielt.

Ungelöstes Rätsel

Wie Hypnose genau auf das Gehirn wirkt, warum unser kritisches Urteilsvermögen auf der Strecke bleibt und der Patient eine Fremdsuggestion durch den Hypnotiseur zulässt, ist nach wie vor ein ungelöstes Rätsel. Messbar sind dagegen die physiologischen Veränderungen im Organismus. Unter Hypnose verlangsamen sich Atmung, Pulsschlag und Stoffwechsel, der Blutdruck sinkt, die Aktivität der Nervenfasern nimmt ab.

Nicht bei jedem Patienten anwendbar

Bekannt ist auch, dass Hypnose nicht immer und bei jedem Menschen gleichermaßen funktioniert. Mancher fällt leicht in Trance, bei anderen müht sich der Hypnotiseur vergeblich. Blinde oder gehörlose Menschen gelten als nur bedingt hypnotisierbar. Patienten, die etwa unter Herzschwäche, deutlich zu niedrigem Blutdruck, schweren Persönlichkeitsstörungen, Epilepsie, Hysterie oder hirnorganischen Beeinträchtigungen leiden, dürfen nicht hypnotisiert werden. Wie gut jemand auf Hypnose anspricht, hängt auch stark davon ab, ob Therapeut und Patient miteinander harmonieren.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo