Impfberatung bei Kleinkindern

Mehr als ein kleiner Stich

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Konsument 6/2008 veröffentlicht: 07.05.2008

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  • Zehn Wiener Kinderärzte im Test
  • Zwei Ärzte sehr gut, zwei weniger zufriedenstellend
  • Untersuchung teilweise oberflächlich ausgeführt

Vorteile durch Impfung

Das Thema Impfen ist nicht erst seit der jüngst in Salzburg ausgebrochenen Masernepidemie ein heißes Eisen. Viele Eltern stehen Impfungen grundsätzlich kritisch gegenüber. Der präventive Pieks ist – wie jeder medizinische Eingriff – mit gewissen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Die Nutzen-Risiko-Analyse fällt allerdings bei vielen lebensbedrohlichen Erkrankungen wie etwa Pocken, Diphterie, Tetanus oder Kinderlähmung eindeutig zugunsten der Impfung aus.

Zehn Kinderärzte im Test

Doch inzwischen ist eine Vielzahl von Impfstoffen auf dem Markt, Tendenz steigend. Und so wichtig bestimmte Immunisierungen auch sein mögen, nicht alle sind für jeden Personenkreis sinnvoll. Der Beratung durch den Arzt kommt also besondere Bedeutung zu. Dies gilt vor allem bei Kleinkindern, für die viele Impfempfehlungen bestehen.

Unsere beiden Testpersonen haben sich mit ihrem 14 Monate alten Säugling beziehungsweise 36 Monate alten Kleinkind bei insgesamt zehn nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Ordinationen in Wien zur Impfberatung angemeldet. Testkriterium war dabei nicht, welche Impfempfehlungen der Arzt letztlich aussprach, sondern inwieweit den Müttern alle essenziellen Informationen gegeben wurden, die für eine seriöse Nutzen-Risiko-Abwägung entscheidend sind.

Österreichischer Impfplan als Basis

Bei der Auswahl der zu besprechenden Impfungen haben wir uns an den österreichischen Impfplan 2008 gehalten. Dort sind neben dem kostenlosen Impfprogramm für Kleinkinder mit 6-fach- Impfung (gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis/ Keuchhusten, Poliomyelitis/Polio, Haemophilus influenzae B sowie Hepatitis B) sowie der Masern-Mumps-Röteln- Impfung (MMR) auch die aus der eigenen Tasche zu bezahlenden Impfungen gegen Pneumokokken (lösen vor allem Mittelohrentzündung aus), Meningokokken (Hirnhautentzündung), Varicella (Windpocken), Influenza, FSME und Hepatitis A aufgelistet. Ebenfalls unverzichtbarer Bestandteil einer individuellen Impfberatung ist die medizinische Untersuchung des Patienten. Bei einer Impfung ist darauf zu achten, dass das Kind nicht durch eine Krankheit geschwächt ist.

Angst oder schlechtes Gewissen?

Da es sich beim Impfen um ein sensibles Thema handelt, war es uns auch wichtig, ob seitens des Arztes Angst oder ein schlechtes Gewissen bei den Müttern erzeugt wurde und inwieweit sie den Empfehlungen des Arztes gefolgt wären. Vor allem bei impfkritischen Eltern ist es aus epidemiologischer Sicht wichtig, dass der Mediziner die Bedeutung der jeweiligen Impfung sowie die Konsequenzen und das Risiko einer Nichtimpfung für das eigene Kind und seine Umgebung erläutert.

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Kommentare

  • Unabhängige Studien
    von cocoschnecke am 30.12.2011 um 20:27
    Viel Kritik wird an besorgten Eltern geübt, Impfkritiker als vernunftlose Menschen dargestellt. Der Artikelverfasser nennt keine einzige Studie. Wichtig wären Daten wie: Anzahl der Teilnehmer, Dauer, Altersgruppen, NNH Number needed to harm = die Anzahl der Personen, die nötig ist, damit ein Impfschaden auftritt, NNT Number needed to treat = Anzahl der Personen, die nötig ist, um einem durch die Impfung zu helfen). Eine Wissenschaft ohne Fakten ist keine Wissenschaft. Angstmacherei ohne Fakten ist Marketing. Bei Bepanthen Plus wird die Wirksamkeit aufgrund fehlender Studien abgesprochen, wie soll das dann mit den Impfstoffen sein? Erst kürzlich wurde der Grippeimpfstoff Preflucel vom Markt zurückgezogen. In der recht kurzen Anwendungszeit von 2 Monaten (Septempber/Oktober 2011) wurden 16 Impfschäden anerkannt, davon waren 8 schwere Fälle. Von den Fällen, die nicht anerkannt werden, gibt es leider keine Zahlen. Auch die wären sicherlich sehr interessant. Was mich traurig macht: Sicherlich wurde vor der Verabreichung von Preflucel den Impflingen die Nebenwirkungen nur unzureichend oder gar nicht erklärt. Es ist keine Schande, davor Angst zu haben, daß man gemeinsam mit dem Impfstoff Aluminiumhydroxid, Quecksilber und Formaldehyd verabreicht bekommt. Ich denke, daß keiner von uns diese Stoffe im Körper haben möchte.
  • Unser Kinderarzt hat nur gesagt...
    von lisamaus am 01.10.2009 um 15:30
    ...da ist das Blatt - bitte beim nächsten Mal unterschrieben mitbringen!
Bild: VKI