Kinderfüße

Besser barfuß

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KONSUMENT 6/2011 veröffentlicht: 25.05.2011

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Die ersten Lebensjahre sind eine sensible Phase. Der Kinderfuß muss sich noch ausbilden. Das kann er nur, wenn er ausreichend beansprucht wird – am besten beim Barfußlaufen.

In Strümpfe und Schuhe gesteckt führen Füße bei uns ein eher verdecktes und unbeach­tetes Dasein. Wenn sie auffallen, dann in der Regel ­negativ, etwa durch Schweiß­geruch. Sind sie kalt, empfinden wir das als höchst unangenehm. Genauso un­willkommen sind heiße oder bren­nende Fußsohlen.

Meisterwerk Fuß

In unserem Kulturkreis fällt der Fuß in den Zuständigkeitsbereich des Orthopäden. Für ihn ist er ein „Meisterwerk der Ingenieurkunst“, wie ihn schon Leonardo da Vinci beschrieben hatte. Ein Meis­terwerk, das uns ermöglicht, bergauf wie bergab zu gehen, auf Schotter wie auf Asphalt. Das uns in Balance hält und zu einem aufrechten Gang verhilft. Das Wirbelsäule und Kopf vor größeren Erschütterungen schützt, indem es zusammen mit den Knien und den Hüften die gewaltigen Kräfte abfedert, die auf­treten, wenn wir aus größerer Höhe auf den Boden springen.

Für den Orthopäden sind die Füße das Fundament unseres Stütz- und Bewegungsapparats. Der Mediziner achtet darauf, dass alle Teile dieses Systems optimal aufeinander abgestimmt sind und wie bei ­einem Uhrwerk ein Rädchen exakt in das andere greift. Alles soll wie geschmiert laufen, damit keine Fehlstellungen auftreten und es zu keinen Abnutzungserscheinungen kommt.

Mit gesunden Füßen auf die Welt

Wird ein Mensch geboren, ist mit seinem Fuß noch alles in Ordnung. Es gibt zwar ange­borene Fehlformen wie den Klumpfuß, doch die bewegen sich im Promillebereich. Der Klumpfuß ist heute bereits im Ultraschallbild der Schwangerschaftsuntersuchung erkennbar, eine Deformität, die als medizinische Indi­kation für einen Schwangerschaftsabbruch anerkannt wird. Flach wie ein Brett, so präsentiert sich der Fuß des Neugeborenen. Bei einem Erwachsenen würde diese Form Ärzte sofort in Alarmstimmung versetzen, doch bei einem Neugeborenen ist sie der Normalfall. Der kindliche Fuß muss sich erst entwickeln, wie auch die Beine nicht von Beginn an gerade sind, sondern zunächst eine Phase der O- und dann der X-Stellung durchlaufen.

Funktionelle Anpassung durch Ausübung der Funktion – das ist der Fachbegriff, mit dem Mediziner die allmähliche Reifung des Fußes umschreiben. Knorpel, Kapseln, Bänder, Sehnen, Muskeln – über all das verfügt das Kind von Anfang an. Doch ob es kräftige oder schwache Muskeln, lange oder kurze Sehnen ausbildet, das bestimmt es weitgehend selbst. Und damit auch die charakteristische Form seines Fußes.

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Kommentare

  • schon arg
    von spock1 am 08.06.2011 um 13:59
    "Wo die Grenze zwischen gesund und krank verläuft, das steht nirgends in der Natur geschrieben, das legt der Mensch selber fest" - dem stimme ich zu. Umso tragischer: der Klumpfuß ist "als medizinische Indi­kation für einen Schwangerschaftsabbruch anerkannt"
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