Lippenherpes: Rezeptfreie Mittel im Test

Pure Lippenbekenntnisse

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Konsument 6/2009 veröffentlicht: 29.05.2009

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Alle getesteten Präparate sind wenig geeignet - Fieberblasen sind medikamentös nicht heilbar - Empfindliche Lippen vor UV-Strahlung schützen

Petra S. leidet seit früher Jugend an Fieberblasen. Die Plagegeister kommen und gehen wie sie wollen. Mal hat die 40-Jährige wochenlang Ruhe, mal sprießen immer wieder neue Bläschen aus Lippen, Nase oder in der Mundhöhle. Warum und wie es dazu kommt ist rätselhaft. Probiert hat Petra S. bereits so ziemlich alles, was gegen Fieberblasen helfen soll, von pharmazeutischen Präparaten bis hin zu Hausmitteln. Doch egal ob sie vom Arzt verschriebene oder in der Apotheke eingekaufte Mittel anwendet, ob sie Salz oder Zahnpasta aufträgt, die Wirkung ist höchst bescheiden.

Als Schläfer im Organismus

So wie Petra S. geht es vielen Menschen. Etwa neun von zehn haben das Virus Herpes simplex labialis im Blut. Rund ein Drittel von ihnen wird mehr oder weniger regelmäßig von Fieberblasen geplagt. Herpesviren haben die Fähigkeit, sich als Schläfer im Organismus einzunisten. Sie werden zwar vom Immunsystem in Schach gehalten, erwachen jedoch hin und wieder. Auslöser können bestimmte Reize wie fieberhafte Erkrankungen, intensive Sonnenbestrahlung, zahnärztliche Eingriffe, Abschürfungen an den Lippen, Lebensmittelallergien, psychischer Stress oder auch die Menstruationsblutung sein.

Übertragung durch direkten Kontakt

Es gibt zwei Typen von Herpes-simplex- Viren: Herpes simplex labialis, welches Lippenherpes verursacht, und Herpes simplex genitalis, welches in erster Linie beim Sexualverkehr übertragen wird. Zudem existieren zahlreiche weitere Herpesviren, die unterschiedliche Erkrankungen verursachen, etwa Gürtelrose, Windpocken oder das Karposi-Sarkom, eine im Zusammenhang mit Aids häufig auftretende Krebserkrankung. Die Übertragung von Herpes simplex labialis erfolgt durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch (z.B. beim Küssen), meist schon im Kindesalter.

Schmerzenden Bläschen an den Lippen

Eine Erkrankung äußert sich in Form von schmerzenden Bläschen an Lippen oder Mundschleimhaut. Meist kündigen sie sich durch Jucken, Spannen und Kribbeln an den betroffenen Stellen an. Der durchsichtige Bläscheninhalt trübt sich im Laufe der Zeit, bevor die Bläschen eintrocknen. Der Wundschorf fällt meist innerhalb von zehn Tagen ab.

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Kommentare

  • Aciclovir
    von rolfwolf am 20.08.2014 um 08:47
    Ich kann meinen Vorredner nur bestätigen, Aciclovir scheint auch bei mir zu wirken. Ich bekomme Fieberblasen am Kinn. Zum ersten Mal aufgetreten sind sie vor ca. 15 Jahren. Die ersten 3 Mal wurden sie nicht erkannt, man vermutete eine Schmutzinfektion. Mein Kinn und meine Lymphknoten im Hals waren schwerstens und schmerzhaft angeschwollen. Mein Hausarzt hat mit Antibiotika und Wundsalben versucht zu behandeln, hat natürlich nichts genutzt. Ein Zyklus hat mehrere Wochen gedauert und zu deutlicher Narbenbildung am Kinn geführt. Beim vierten Mal treffe ich einen Arbeitskollegen (Arzt und Apotheker), und der sagt "Ah, Herpes! Verwend doch Aktivir.". Ich kauf mir die Salbe, und am nächsten Tag schwillt mein Kinn tatsächlich ab. Unglaublich! Aciclovir kann bei mir die Fieberblasen nicht komplett unterdrücken, manchmal "blühen" sie trotz Behandlung schlimmer als andere Male, aber die Behandlungsdauer ist deutlich kürzer und führt zu weniger Folgeschäden (Narbenbildung und geschwollene Lymphknoten). Seit neustem verwende ich die Compeed Fieberblasenpfalster. Ich finde, dass sie noch ein bisschen besser wirken und vor allem hygenischer sind, da sie das Nässen der Wunde und das damit verbundene Ausbreiten der Viren verhindern. Schade, dass diese nicht getestet wurden. Übrigens, einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stress und Auftreten von Fieberblasen kann ich nicht feststellen. Grüße Georg
  • Aciclovir
    von Hans104 am 28.05.2014 um 15:59
    Ehrlich gesagt kann ich diese Beurteilung von Aciclovir nicht verstehen. Ich bin sehr anfällig für Fieberblasen und jedes mal wenn ich das Kribbeln auf einer oder gleich mehreren Stellen meiner Lippen spüre, trage ich sofort Aciclovir akut Creme 50mg auf und der Juckreiz verschwindet sofort. In den meisten Fällen entstehen dadurch gar keine Blasen mehr, oder wenn doch, heilen diese binnen weniger Tag ohne das Jucken und die unangenehmen Schmerzen ab, so dass dann lediglich eine kleine, abgetrocknete Hautkruste bleibt, welche wiederum in wenigen Tagen abfällt. Würde ich dieses Mittel nicht verwenden, hätte ich Tage lang erheblich Schmerzen und die größten Probleme mit einem Löffel zu essen oder aus einem Glas zu trinken. Entweder bin ich ein Ausnahme, oder ist das von mir verwendete Aciclovir ein anderes (übrigens auch Rezeptfrei) als das getestete. Wäre interessant auch die Erfahrungen von weiteren Anwendern hier zu lesen.
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