Magnetfeldtherapie

Kassen-Magnet

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Konsument 2/2002 veröffentlicht: 22.01.2002

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Sie soll angeblich Wunder wirken. Sicher ist: Rund und gesund werden die Geldbeutel der Gerätevertreiber und Ärzte, ernsthaft Kranke riskieren eine  Verschlechterung ihres  Zustandes.

20 Jahre lang hatte ich nichts bemerkt. Doch als ich beim Laufen immer öfter Schmerzen spürte, stellte sich heraus, dass ich eine angeborene Fehlstellung der Hüfte habe. Ich musste einige Male operiert werden, weil ein Teil des Knochens abgestorben war“, berichtet Reinhard Schuster1), ein sportlicher junger Mann.

Im Bezirksblatt gelesen

„Im Bezirksblatt und in einem Tennismagazin habe ich von Magnetfeldtherapie gelesen und gehofft, dass sie mir helfen kann. Ich hätte so gern wieder wie früher Tennis gespielt! Bei der Gesellschaft für Energiemedizin wurde ich darin auch bestärkt. Aber die 37.000 Schilling (rund 2700 Euro) für eine Magnetmatte hätte ich mir damals im Notstand nicht leisten können. Als ich wieder verdient habe, ließ ich einen Vertreter kommen, und der hat mir versichert, es sei nur eine Frage der Zeit, irgendwann helfe die Matte bestimmt. Ich habe sie auf Raten gekauft und mich fast täglich draufgelegt, bis zu einer Stunde lang. Misstrauisch war ich lange nicht, denn der Oberarzt der orthopädischen Klinik Speising, den ich damals aufgesucht habe, hat auch öffentlich für die Magnetmatte geworben. Aber geholfen hat sie nicht, ich habe sie in den Keller gebracht.“

Hoffnung versetzt Berge

Die unsichtbare magnetische Kraft hat immer schon die Phantasie beflügelt, weshalb Magneten bereits in der Antike zu Heilzwecken eingesetzt worden sind. Berühmt wurde Franz Anton Mesmer, ein Zeitgenosse Mozarts, der seine Patienten mit Magneten behandelte. Sie gerieten in Verzückung und wurden dadurch von allerlei Beschwerden befreit. Das Spektakel nahm solche Ausmaße an, dass der König selbst eine Überprüfung durch die Französische Akademie der Wissenschaften anordnete: Das erste Mal in der Geschichte der Medizin wurde eine Therapie auf ihre Wirksamkeit überprüft, und schon damals stellte man fest, dass es sich um „Einbildung“ handle. „Die genaue Erforschung der Wirkungen von Magnetfeldern ist schwierig:

Schon die Messung beeinflust das Ergebnis

Schon beim Messen beeinflusst man sie,“ erklärt Primar Dr. Günter Gal vom Krankenhaus Rudolfstiftung. „Man muss die physikalischen Parameter – Magnetfeld, Schwingungsfrequenz und Schwingungsart – einzeln auf ihre Wirkung überprüfen, solche Studien sind aber teuer. Die Gerätehersteller haben kein Interesse daran, sie verkaufen auch so genug.“

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