Medifant - Arzneimittelspender

Bittere Medizin kein Spielzeug

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Konsument 4/2006 veröffentlicht: 28.03.2006, aktualisiert: 04.04.2006

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Als Spielzeug zu teuer, als Arzneimittel-Spender nicht empfehlenswert: der Medifant.

Medizin mit Elefant einnehmen

„… spielend glücklich und gesund! Der Arzneimittel-Spender, der Kindern und Eltern Freude macht“, wirbt die Medifant Media AG für ihr Produkt, den Medifant. Der kleine Elefant aus Spezialschaum kostet 14,90 Euro und kann in Apotheken bestellt werden. Er soll Kindern die orale Einnahme von flüssiger Medizin erleichtern und so helfen, den Genesungsprozess zu beschleunigen. Das Medikament wird in einen fingerhutgroßen Behälter im Kopf des Tieres eingefüllt, die Einnahme erfolgt über den mit einer Kanüle ausgekleideten Rüssel.

Gar nicht so einfach

In der Praxis hält der Medifant nur bedingt, was die Werbung verspricht. Unsere beiden Testmütter bekundeten bereits bei der Vorbereitung ihre liebe Mühe und Not. Zum einen bereitete es Probleme bei der Vorreinigung, die relativ fest sitzende Kanüle aus dem Rüssel zu entfernen, zum anderen erwies sich der Sicherheitsverschluss am Kopf als knifflige Angelegenheit. Außerdem zeigten sich bei unserem Exemplar bereits nach dem ersten Spülgang in der Geschirrspülmaschine Verschleißerscherscheinungen am Material.

Ergebnis aus unserem Praxistest

Auch die Medikamenteneinnahme ging keineswegs so reibungslos vonstatten wie dies in den zugeschickten Presseunterlagen weisgemacht wird, in denen ein Allgemeinmediziner aus Bayern vollmundig für das Produkt wirbt: „Tatsächlich schafft der kleine Elefant ganz mühelos, was sonst oft nicht einmal mit gutem Zureden gelingt: Kinder dazu zu bringen, freiwillig und ohne Murren selbst bittere Medizin einzunehmen.“ Die 16 Monate alte Paula zeigte zwar Interesse am Testobjekt, war jedoch selbst mit gutem Zureden nicht dazu zu bewegen, am Rüssel zu nuckeln. Die Medizin landete überall, nur nicht im Mund unserer kleinen Testerin. Paula deckte damit auch gleich eine Schwäche des Produkts auf, denn in der beiliegenden Produktbeschreibung fehlt jegliche Altersangabe. Bessere Resultate erzielte der Medifant bei Julia (5) und Sandra (7), die den tierischen Arzneimittelspender sofort ins Herz schlossen und ihn am liebsten als Trinkflasche oder Spielzeug behalten hätten.

Fazit: Wir können den Medifant aufgrund dieser Erfahrungen nicht empfehlen. Auch die Verbindung zwischen Arzneimittel und Spielzeug wird insgesamt als pädagogisch nicht sonderlich wertvoll eingestuft. Problematisch erscheint uns zudem, dass auch andere Produkte für Kinder, die nicht geschluckt werden dürfen – etwa ein Duschgel –, in Elefantenverpackung auf dem Markt sind.

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