Medikamenten-Beipacktexte

Was heißt eigentlich ...

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Konsument 7/2006 veröffentlicht: 22.06.2006, aktualisiert: 28.06.2006

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„Bitte Packungsbeilage beachten“, heißt es auf den Medikamentenschachteln. Doch was bedeutet eigentlich „mit etwas Flüssigkeit vor den Mahlzeiten einnehmen“? Wir erläutern die wichtigsten Gebrauchsinformationen.

Wann ist „vor der Mahlzeit einnehmen“?

Häufig findet sich auf dem Beipackzettel eine genaue zeitliche Angabe, wann ein Medikament einzunehmen ist. Oft genug heißt es jedoch: „vor der Mahlzeit einnehmen“. Die Floskel bedeutet nicht, dass die Präparate erst geschluckt werden sollten, wenn der Teller bereits auf dem Tisch steht. Gemeint ist hier etwa eine halbe Stunde vor der Mahlzeit.

Für andere Angaben gilt: „Zum Essen“ – etwa zur Mitte der Mahlzeit; „unmittelbar nach dem Essen“ – innerhalb von 30 Minuten nach dem Essen; „nach dem Essen“ – zwei Stunden nach der Mahlzeit; „einmal täglich“ – einmal täglich zur gleichen Uhrzeit; „zweimal täglich“ – im Abstand von 12 Stunden; „dreimal täglich“ – im Abstand von 8 Stunden.

Das Timing ist entscheidend

 Der genaue Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme ist wichtiger als dies im ersten Moment erscheint. Manche Arzneien entfalten ihre Wirkung beispielsweise nur dann, wenn sie vor oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden, bei anderen ist die Wirkung vor der Nahrungsaufnahme beeinträchtigt.

Welche „Flüssigkeit“ ist gemeint?

Um die erhoffte Wirkung eines Medikamentes zu erreichen, ist auch die Art und Weise der Einnahme von Bedeutung. Häufig findet sich der Hinweis „mit etwas Flüssigkeit einnehmen“. Flüssigkeit bedeutet immer kohlensäurefreies Wasser. Säfte, Tee, Kaffee, Milch oder gar Alkohol sind zur Medikamenteneinnahme nicht geeignet, da sie die Wirkung der Arznei beeinträchtigen können. Bestimmte Arzneimittel – vor allem Schmerztabletten und Antibiotika – entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn sie mit genügend Wasser eingenommen werden.

Wenn nicht anders angegeben, sollten Tabletten, Kapseln und Dragees immer mit einem Glas Wasser in aufrechter Haltung geschluckt werden. So wird gewährleistet, dass die Medikamente schnell die Speiseröhre passieren, bevor sie sich im Magen oder Darm auflösen.

Was bedeutet „häufige“ Nebenwirkungen?

Ein Absatz der Gebrauchsinformation gibt Auskunft über mögliche Nebenwirkungen. Dabei handelt es sich immer um unerwünschte Nebenwirkungen, die je nach Medikament von leichten Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen reichen.

Die Angabe „sehr häufig“ bedeutet etwa, dass die beschriebene Nebenwirkung in mehr als 10 Prozent aller Fälle auftritt, „häufig“ steht für 1 bis 10 Prozent, „gelegentlich“ für 0,1 bis 1 Prozent, „seltene“ Nebenwirkungen betreffen einen von 1000 bis 10.000 Anwendern, „sehr seltene“ Nebenwirkungen treten bei weniger als einem von 10.000 Patienten auf, und „Einzelfälle“ umschreiben statistisch nicht auswertbare Einzelfallmeldungen.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo