Mittel bei Pilzerkrankungen (Teil 2)

Keine falsche Scham!

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Konsument 2/2005 veröffentlicht: 13.01.2005

Inhalt

  • Frauen leiden wiederholt unter Scheidenpilz
  • Die Infektion lässt sich mit Zäpfchen und Salben einfach behandeln
  • Bei Anwendungsfehlern droht ein Wiederaufflackern der Erkrankung!

Weit verbreitetes Problem

Entzündungen der Scheide aufgrund einer Pilzinfektion sind ein weit verbreitetes Problem, und es gibt wohl keine Frau, die von dieser Krankheit nicht mindestens einmal in ihrem Leben betroffen war. Vielen ist diese Erkrankung sehr unangenehm, häufig wird der Weg zum Arzt auch als peinlich empfunden. Doch Pilze befinden sich unter normalen Umständen immer auf der Haut und den Schleimhäuten von uns Menschen. Erst wenn sie sich zu stark vermehren, bereiten sie uns Probleme. Der Pilz, der mit Abstand am häufigsten eine Infektion der Scheide verursacht, heißt Candida albicans.

Gesundes Milieu

In der gesunden Scheide herrscht ein so genanntes saures Milieu, dessen ph-Wert zwischen 4 und 5 liegt. Für diesen sauren Schutzmantel sorgen die normalerweise in der Scheide vorhandenen Milchsäurebakterien. Erst wenn diese Bakterien nicht mehr in der Überzahl sind, kann es zu einer Vermehrung von Pilzen innerhalb der Scheide kommen. Es gibt viele Ursachen dafür, dass sich das „saure“ Milieu in Richtung „alkalisches“ verändert: beispielsweise während der Menstruation, durch hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft, den Wechseljahren oder durch Einnahme der Pille sowie während des Geschlechtsverkehrs, denn die Spermienflüssigkeit ist alkalisch.

Milchsäurebakterien werden aber auch durch Antibiotika- oder Cortisonbehandlungen oder durch zu intensive Intimhygiene geschädigt. Das alles begünstigt die Vermehrung der Vaginalpilze. Klar ist damit, dass eine Pilzinfektion nichts mit einer Geschlechtskrankheit zu tun hat und auch nur in sehr seltenen Fällen alleine durch Geschlechtsverkehr übertragen wird!

Behandlung

Die ersten Anzeichen einer Vaginalpilzinfektion sind starkes Jucken und weißliche Beläge auf den Schamlippen. Ist der Pilz eindeutig diagnostiziert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Entzündung zu behandeln. Im Vordergrund steht meist eine lokale Therapie mittels Vaginalcreme, -zäpfchen oder -tabletten. Wie unsere Test-Tabelle zeigt, sind alle dafür angebotenen Präparate gut wirksam.

Auch wenn Sie die lokale Anwendung als umständlich und unangenehm empfinden, dürfen Sie die Therapie nie zu früh abbrechen. Werden nämlich nicht alle Pilze vernichtet, können sich die übrig gebliebenen wieder ungestört vermehren, und die Erkrankung beginnt von Neuem.

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Kommentare

  • Mißbildungen - Diflucan (Wirkstoff Fluconazol) Gefährdung in der Schwangerschaft
    von cocoschnecke am 06.01.2012 um 13:55
    Amerikanische Zulassungsbehörde warnt vor Schädigungen durch Diflucan in der Schwangerschaft http://www.fda.gov/Drugs/DrugSafety/DrugSafetyPodcasts/ucm266879.htm
Bild: VKI