Nahrungsergänzungsmittel mit Gütesiegel

Begrenzte Orientierungshilfe

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Konsument 5/2005 veröffentlicht: 21.04.2005, aktualisiert: 29.04.2005

Inhalt

Das Gütesiegel wird lediglich für Apothekerware verliehen.

Zur besseren Orientierung für Laien

Nahrungsergänzungsmittel überschwemmen den Markt. Laien haben kaum eine Möglichkeit, den Wert solcher Produkte richtig einzuschätzen. Ein neues Qualitätsgütesiegel soll den Konsumenten in Hinkunft die Orientierung erleichtern. Das Gütesiegel wird von der Nährstoff Akademie Salzburg vergeben. Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, diätetischen Lebensmitteln und Klasse-I-Medizinprodukten können dort ihr Produkt zertifizieren lassen.

Dazu muss es zwölf Kriterien erfüllen, wie zum Beispiel eine penible Produktdeklaration oder den Verzicht auf irreführende gesundheitsbezogene Angaben. Das Mittel darf nur Stoffe enthalten, die normalerweise im menschlichen Organismus vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind. Die Inhaltstoffe müssen auch biologisch verfügbar sein. So werden manche Nährstoffe in Verbindung mit anderen vom Körper besser aufgenommen (z.B. Eisen mit Vitamin C). Nicht zuletzt muss das Produkt auch ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen.

Nährstoff-Akademie Salzburg prüft

Nicht alle Kriterien müssen zur Gänze erfüllt werden, es genügt das Erreichen von 61 Prozent der möglichen Höchstpunktezahl. Allerdings müssen in allen Bereichen zumindest tolerierbare Werte erreicht werden. Ein einziges „Nicht akzeptabel“ führt zu einer ablehnenden Beurteilung. Alles in allem könnte dieses Gütesiegel also ein brauchbares Instrument zur Trennung von Spreu und Weizen auf dem Nahrungsergänzungsmarkt werden. Einziger Wermutstropfen: Nur Präparate, die über Apotheken vertrieben werden, können das Gütesiegel bekommen. Das ist jedenfalls der kleinere Teil des Gesamtmarktes. Für jene Nahrungsergänzungsmittel, die massenhaft über Drogerien und Supermärkte verkauft werden, wird es auch in Zukunft keine Orientierungshilfe geben. Nach Angaben der Nährstoff Akademie Salzburg sollen Ende Mai die ersten Gütesiegel vergeben werden.

Nahrungsergänzungsmittel nur begrenzt sinnvoll

Mit oder ohne Gütesiegel gilt: Nahrungsergänzung ist kein Ersatz für ausgewogene Ernährung. Lediglich bei Vorliegen eines Nährstoffmangels, den nur ein Arzt konstatieren kann, ist die Einnahme bestimmter Präparate sinnvoll. So etwa bei Schwangerschaft, Lebensmittelunverträglichkeiten oder einseitiger vegetarischer Ernährung.

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