Nassrasierer

Die scharfe Marke

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Konsument 2/2011 veröffentlicht: 19.01.2011

Inhalt

  • Mit Hightech gegen Bartstoppeln
  • Gillette führt überlegen
  • Billigprodukte rentieren sich nur bedingt

Zu Zeiten der Hippie-Bewegung war die gesellschaftliche Position von Bartträgern eine andere. Ob hingegen der heutige Herr Österreicher einen Gesichtsschmuck trägt und welche Fasson dieser hat, ist vor allem eine Frage der Mode (und natürlich der ­Bequemlichkeit). Der "weltanschauliche Disput" wird höchstens noch scherzhaft auf der Ebene der Rasiersysteme ausgetragen, wo auch nach 60 Jahren Elektrorasierer-Erfolgsgeschichte in Europa die Nassrasierer ihren Platz behaupten.

Harte Konkurrenz zwischen Gillette und Wilkinson

Immerhin waren sie selbst einmal eine technische Revolution, als sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts das verletzungsträchtige Rasiermesser ablösten. Mit Gillette und Wilkinson Sword (wo einst tatsächlich Schwerter geschmiedet wurden) liefern sich seitdem zwei alteingesessene Unternehmen einen harten Konkurrenzkampf und versuchen zugleich, die Billiganbieter auf Distanz zu halten.

Komplexe Schersysteme

So ist es kein Wunder, dass die Scherköpfe moderner Nassrasierer komplexe Systeme mit einer Vielzahl an Patenten sind. Bis zu sechs hintereinander angeordnete Klingen, oftmals ein separater Konturenschneider für die Koteletten und die Oberlippe, ein Hautstraffer, eine Gummilamelle und ein Gleitstreifen neben dem Klingenblock gehören zur Standardausstattung heutiger Nassrasierer. Die Stiftung Warentest hat 26 Produkte im morgendlichen Alltags­einsatz getestet, darunter 18 Systeme mit Wechselklingen und 8 Einwegrasierer. Die Überlegenheit der hochpreisigen Gillette-Modelle ist in der Tabelle unübersehbar. Das Topmodell Hydro 5 von Wilkinson Sword konnte nicht einmal den schon in die Jahre gekommenen Gillette Mach 3 mit seinen "nur" drei Klingen schlagen.

Vibrierender Scherkopf

Der Testsieger Fusion Proglide Power lässt (so wie auch der viertgereihte Fusion ­Power) gar auf Knopfdruck den Scherkopf vibrieren. Dies trägt tatsächlich zu einer überraschend sanften und gründlichen ­Rasur bei, ist aber nicht der alleinige Grund für seine Führungsposition. Er ist nämlich nicht einfach der batteriebestückte Zwilling des Fusion Proglide, sondern hat auch ein anderes Schersystem: Ein zusätzlicher Mikrokamm fädelt die Barthaare ein und liefert sie in aufrechter Position an die ­Klingen.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Gillette Fusion Proglide Power, Gillette Fusion Proglide, Gillette Fusion, Gillette Fusion Power, Gillette MACH3, Wilkinson Sword Hydro 5, dm/Balea men Revolution 5.1, Norma King for men, Müller/M-Man Raptor "6", Wilkinson Sword Hydro 3, Wilkinson Sword Quattro Titanium Precision, Wilkinson Sword Quattro, dm/Balea men 3-Klingen-Rasur, Müller/M-Man Triflexxx III, Lidl/G'Bellini Shark, Wilkinson Sword Protector 3, dm/Balea men Matrix 3, Müller/M-Man Sleek III, Wilkinson Sword Xtreme3 Sensitive, Gilette Sensor3, Gilette Blue3 sensitive, Müller/M-Man Rapid III, dm/Balea men Doppelklingenrasur, Penny/René Kern Xact Man Shaver, Schlecker Westlife Shave, Wilkinson Sword Extra2 Sensitive

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Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
15 Stimmen

Kommentare

  • Testsieger von Gilette
    von REDAKTION am 07.02.2011 um 08:38
    Tatsächlich haben Umweltkriterien im Test keine Rolle gespielt. Allerdings wäre dies auch ziemlich kompliziert geworden. Es wäre mit der Batteriefrage alleine nicht getan gewesen. Wir hätten z.B. berechnen müssen, wieviel Energie in die Produktion gesteckt wird, wieviel Energie die Transportweg vom Produktionsland nach Österreich verschlingt und auch die Einwegsysteme mit den Mehrwegsystemen vergleichen müssen. Dass Hofer fehlt hat den einfachen Grund, dass es sich beim Test um eine Kooperation mit der deutschen Stiftung Warentest handelt und wir daher die Produktauswahl nicht alleine treffen konnten.
  • Testsieger von Gilette
    von gerhard56 am 06.02.2011 um 15:09
    Es ist schon befremdlich, daß der Testsieger ein Naßrasierer ist, bei welchem man(n) eine Batterie verwenden kann bzw. muß, um zu einem guten Rasierergebnis zu kommen. Warum wurde bei diesem Test nicht auch ein Umweltkriterium bewertet? Da würde es mit dem Testsieger schon anders aussehen! Außerdem ist es auch für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum die Rasierer von Hofer nicht dabei sind.
  • Nassrasierer
    von Alber Michael am 28.01.2011 um 19:23
    Ich habe das Rasiersysthem von Hofer (Eigenmarke) und bin sowohl mit der Technik als auch mit dem Rasierergebnis sehr zufrieden. Ich habe auch Gilette Mach3 getestet, konnte nur einen Unterschied feststellen: der Preis!
  • Preise wie ein Hitec-Produkt
    von REDAKTION am 28.01.2011 um 08:46
    Die Frage nach der Haltbarkeit der Klingen lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach Stärke des Barthaars halten die Klingen länger oder weniger lang. Wie in den Testkriterien angemerkt beurteilte eine Gruppe von 13 Probanden pro Rasierer dieses Kriterium. Sie rasierten sich so oft mit der Klinge, bis die Schärfe merklich nachließ und der Klingenblock bzw. der Einwegrasierer gewechselt werden musste. Natürlich ist das subjektiv, aber anders ist die Haltbarkeit kaum zu testen.
  • Preise wie ein Hitec-Produkt
    von bergerj8 am 28.01.2011 um 08:35
    Seit mehr als 10 Jahren verwende ich den Gillette Sensor Nassrasierer und wechsle aus Protest die Marke. Das System von DM (Revolution 5.1) ist sicher nicht revolutionär anders, aber deutlich preisgünstiger als die Produkte des Marktführers. Ich verlass mich auf das Testergebnis und probier mal was anderes. Haltbarkeit der Klinge? Bei der Gillette Sensor hab ich einmal im Monat die Klinge getauscht, d.h. nach ca. 15 Rasuren. Was man im Test unter "sehr gut/gut/befriedigend" in Bezug auf Haltbarkeit versteht, wird nicht erklärt! Eine kleine Schwäche des Tests.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo