Nureflex für Kinder

Verwechslungsgefahr!

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 06.03.2012

Inhalt

Wenn die Kinder verkühlt sind und Fieber haben, greifen viele Eltern auf das Schmerz- und Fiebermittel Nureflex des Herstellers Reckitt Benckiser zurück. Das Mittel ist in den Geschmacksrichtungen Orange und Erdbeere erhältlich - mit unterschiedlicher Wirkstoffkonzentration.

Das Medikament enthält den Wirkstoff Ibuprofen, der auch von Kleinkindern relativ gut vertragen wird. Nureflex ist rezeptpflichtig, im Notfall wird das Mittel in Apotheken allerdings auch ohne ärztliche Verordnung abgegeben.

Richtige Dosierung einhalten!

Doch egal ob auf Rezept oder nicht, wichtig ist, dass die richtige Dosierung eingehalten wird. Gerade bei Schmerzmitteln ist eine Überdosierung problematisch und kann erhebliche gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. In der Gebrauchsinformation wird deshalb extra darauf hingewiesen, zudem wurde dem Präparat eine Dosierspritze beigelegt, die ein exaktes Abmessen ermöglichen soll.

Doppelte Wirkstoffkonzentration

Nureflex ist in den Geschmacksrichtungen Orange und (seit Kurzem auch) Erdbeere auf dem Markt. Die beidenNureflex, Bild: VKI/E. Würth  Produkte sehen sich sehr ähnlich, vor allem, wenn man die Umverpackung entfernt. Die Wirkstoffkonzentration ist auf beiden Fläschchen nur im Kleingedruckten und kaum lesbar angegeben. So kann sehr leicht übersehen werden, dass die Wirkstoffkonzentration in Nureflex-Erdbeere doppelt so hoch ist wie bei Nureflex-Orange. Reckitt Benckiser leistet durch die Gestaltung der Verpackung der Verwechslungsgefahr und damit einer Überdosierung Vorschub.

Vorsicht, Falle!

So wird ein an sich gut gemeinter Ansatz - das Medikament mit dem höher konzentrierten Wirkstoff hält doppelt so lange vor und man muss nicht ständig in die Apotheke - zur Falle. Steigen nämlich Eltern von Orange auf Erdbeere um und verabreichen weiterhin die von Nureflex-Orange gewohnte Menge, kommt es zu einer massiven Überdosierung. Auch uns bekannte Apotheker haben das Problem erkannt und deponieren die beiden Präparate deshalb vorsorglich nicht im selben Regal.

Keine Reaktion

Wir haben Reckitt Benckiser mit der Verwechslungsgefahr der beiden Nureflex-Präparate konfrontiert, um eine Stellungnahme gebeten und die Firma aufgefordert, die Verpackungen so umzugestalten, dass sie sich deutlich voneinander unterscheiden. Bis Redaktionsschluss lag uns keine Stellungnahme der Herstellerfirma vor.

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Wertung: 3 von 5 Sternen
58 Stimmen

Kommentare

  • Danke für den Hinweis
    von REDAKTION am 13.03.2012 um 13:25
    Wir wurden von einer Mutter aufmerksam gemacht, der genau dies passiert ist. Sie wurde in der Apotheke nicht über die unterschiedliche Dosierung aufgeklärt und nur gefragt, ob sie lieber Orange oder Erdbeere wolle. Dies ist sicher genau so ein Versäumnis wie die Tatsache, dass die Mutter die Gebrauchsinformation nicht gelesen hat. Wir verstehen allerdings dennoch nicht, warum der Hersteller die Gefahr der Verwechslung durch eine derart ähnliche Gestaltung der Verpackung fördert, beziehungsweise keinen Warnhinweis auf Verpackung und Flasche platziert.
  • Danke für den Hinweis...
    von laracroft1978 am 13.03.2012 um 13:11
    aber mal ganz im Ernst! Welche Mutter ist so fahrlässig und liest nicht vor Medikamentengabe die Dosierungsanleitung. Das ist so wie wenn man Mucosolvan-Saft gibt: Den gibts auch für Kinder und Erwachsene. Wir haben nur den für Erwachsene obwohl wir Kleinkinder haben - dann gibt man halt 1,25 ml statt 10 ml... lesen ist die oberste Devise bei Medikamenten!
  • laufend Dosierung prüfen
    von Suzana am 07.03.2012 um 15:06
    Ich kaufe das Produkt über der naheliegenden Landesgrenze in Deutschland auf Vorrat, wo es unter dem Namen Nurofen vertrieben wird und nicht rezeptpflichtig ist. Mir ist das auch aufgefallen, da ich das Medikament mit dem Teelöffel verabreiche. Die Spritze hilft, um die Menge für den Löffel zu bestimmen. Da der Saft aber relativ zähflüssig ist (nach Anbruch lagere ich ihn im Kühlschrank), finde ich die Spritze persönlich nicht hilfreich und verwende sie nicht. Zum Vergleich ziehe ich Leitungswasser auf und messe dann die Menge an gefüllten Teelöffeln. Mein schlechtes Gedächtnis zwingt mich dazu die Dosierung bzw. den Beipackzettel vor jedem Gebrauch wieder zu lesen. In diesem Fall ein Glück!
Bild: VKI