PIP-Brustimplantate

Größter Strafprozess in Frankreichs Justizgeschichte

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veröffentlicht: 07.11.2012

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Ab 17.4.2013 startet zu den PIP-Brustimplantaten der größte Strafprozess der französischen Justizgeschichte in Marseille. Der VKI vertritt 72 geschädigte Österreicherinnen, die 550.000 Euro Schadenersatz von der Allianz Frankreich, dem Haftpflichtversicherer der Firma PIP fordern.

Strafprozess in Marseille

Zu den PIP-Brustimplantaten startet ab 17.4.2013 der größte Strafprozess der französischen Justizgeschichte in Marseille. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat Schadenersatzansprüche von 72 geschädigten Österreicherinnen im Verfahren angemeldet. Außerdem gibt es am 19.11.2012 eine weitere Verhandlung in einem der Musterprozesse gegen die Allianz in Paris. Der VKI lädt die Allianz ein, hinsichtlich der weiteren Fälle den Verjährungsverzicht zu erklären.

VKI vertritt geschädigte Österreicherinnen

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat – im Auftrag des österreichischen Konsumentenschutz­ministeriums – 72 Fälle von Frauen gesammelt, die sich durch fehlerhafte Brustimplantate der französischen Firma PIP geschädigt sehen. Sei es, dass die Implantate undicht waren und ausgetauscht werden mussten, sei es, dass der jeweilige Operateur wegen der Produktgefahren zu einem raschen Austausch rät.

550.000 Euro Schadenersatzforderungen

Der VKI verlangt nun von der französischen Haftpflichtversicherung der Firma PIP, der Allianz Versicherung in Paris, für diese 72 Frauen Schadenersatz in Höhe von rund 550.000 Euro. Drei Musterprozesse sind anhängig. Die nächste Verhandlung findet am 19.11.2012 statt.

5.000 Privatbeteiligte

Die geschädigten Frauen haben sich den anhängigen Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen. Von 17.4 bis 14.5.2013 geht das erste Strafverfahren in Marseille über die Bühne. Es soll bis zu 5.000 Privatbeteiligte geben. Die Gruppe der Österreicherinnen sei die größte Gruppe von Frauen aus dem Ausland. Es wird kolportiert, dass dieses Verfahren das größte in der französischen Justizgeschichte werden könnte.

Weitere Informationen zum Prozess finden Sie auf www.verbraucherrecht.at.

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Bild: VKI