Rezepte von DrEd: Arzt im Netz

Finger weg vom Online-Doc

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KONSUMENT 2/2013 veröffentlicht: 24.01.2013

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Sprechstunde beim Online-Doktor - DrEd.com im Test: Der Internetarzt DrEd bietet Diagnose und Behandlung auch in Österreich an. Wir haben zwei Testpatienten in die Onlinepraxis geschickt; das Ergebnis ist höchst fragwürdig.

Online beim Arzt - das Angebot klingt verlockend: Kein stundenlanges Sitzen im Wartezimmer, keine ­unangenehme Untersuchung durch den Medziner. Sie müssen nur einige Fragen am PC beantworten und erhalten die Diagnose frei Haus. Das Rezept liegt einige Tage später im Briefkasten.

KONSUMENT testet den Internetarzt DrEd - ein fragwürdiges Konzept, Finger weg (Bild: VKI) 

Onlinearzt: Diagnose ohne Wartezimmer

Auch hierzulande ist das möglich, seit Internet-Arzt DrEd seine Online-Ordi­nation im April 2012 für Österreich öffnete. Die Aufregung im Lande war groß und sorgte für seltene Einigkeit zwischen Politikern, Ärzten und Apothekern. "Ferndiagnosen sind problematisch“ und "tun Sie das nicht“, mahnte etwa der Gesundheitsminister. Von medizinisch gefährlichen, unverantwort­lichen und überflüssigen „Tele-Rezeptie­rungen“ sprach der Präsident der Österreichischen Ärztekammer. Und auch aus der Apothekerkammer war zu vernehmen, dass für die Patientensicherheit ein direktes und persönliches Gespräch zwischen Arzt und Patient unerlässlich sei.

Behandlung - Zitat - "auf aktuellem ­Wissensstand"

Demgegenüber wirbt die in London regis­trierte Online-Ordination auf ihrer Home­page www.dred.com mit der guten Aus­bildung und langjährigen Erfahrung ihrer deutschen Ärzte. Die Behandlung erfolge, so ist zu lesen, auf aktuellem Wissensstand. Die zugrunde liegenden Leitlinien würden auf den besten derzeit verfügbaren nationalen und internationalen Empfehlungen basieren, die Qualität der Versorgung werde im ­Rahmen interner und externer Audits regelmäßig überprüft und sichergestellt.

Die ärztliche Schweigepflicht sieht DrEd dadurch gewährleistet, dass die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ausschließlich über die "vertrauliche Online-Patientenakte“ erfolgt. Die Angaben würden bei DrEd ohne Ausnahme verschlüsselt übertragen und gespeichert, nur die Patienten selbst hätten Zugriff auf ihre Akte.

Rezept von DrEd am selben Tag

Im Portfolio hat DrEd die Bereiche

  • „Männergesundheit
  • „Frauengesundheit“
  • „Sexualgesundheit“
  • „Innere Medizin“
  • „Reise­medizin“
  • „Allgemeinmedizin“

An Wochentagen wird eine Antwort binnen ­weniger Stunden versprochen, am Wochenende innerhalb von 24 Stunden, spätestens jedoch am darauffolgenden Montag.

Kontakt zum Patienten per E-Mail, SMS oder ­Telefon

Entscheidet sich der Kunde wochentags vor 17 Uhr für eine Behandlung, wird das Rezept noch am selben Tag von DrEd in neutraler Verpackung auf dem Postweg versendet. Eine etwaige Kontaktaufnahme per E-Mail, SMS oder ­Telefon erfolgt laut DrEd ausschließlich ­vertraulich und auf Wunsch des Patienten. Als Kosten fallen pro ausgestelltes Rezept zwischen 19 und 29 Euro an.

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Kommentare

  • Verlockend ?
    von gerhard56 am 16.02.2013 um 16:29
    Warum muss man als Patient stundelang in einem Wartezimmer sitzen und noch froh darüber sein, dass man nur drei Monate auf diesen Termin warten musste? Weil unsere Politik es so will! Alle diese langen Wartezeiten wären vermeidbar, wenn unsere Politik endlich einmal das Wohl des Bürgers (Patienten) im Auge hätte. Aber solange es solche widrigen Zustände gibt, werden die Menschen in die Hände solcher Onlinde-Praxen getrieben.
  • Verlockend ?
    von gerhard56 am 16.02.2013 um 16:29
    Warum muss man als Patient stundelang in einem Wartezimmer sitzen und noch froh darüber sein, dass man nur drei Monate auf diesen Termin warten musste? Weil unsere Politik es so will! Alle diese langen Wartezeiten wären vermeidbar, wenn unsere Politik endlich einmal das Wohl des Bürgers (Patienten) im Auge hätte. Aber solange es solche widrigen Zustände gibt, werden die Menschen in die Hände solcher Onlinde-Praxen getrieben.
Bild: VKI