Rezeptfreie Mittel bei Blasen- und Prostataproblemen

Stark verwässert

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Konsument 11/2009 veröffentlicht: 17.10.2009

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Blasen-, Nieren- und Prostatabeschwerden vom Arzt abklären lassen. Vorsicht bei Präparaten mit Bärentraubenblättern und Wacholderbeeren. Keines der getesteten Mittel kann als geeignet bewertet werden.

„Das geht mir an die Nieren“, sagen wir, wenn uns etwas emotional stark belastet. Tatsächlich leisten die Nieren Schwerst­arbeit und sind für viele körperliche Funktionen zuständig. Sie regeln den Salz- und Wasserhaushalt, sind an der Produktion von Hormonen beteiligt und beeinflussen Blutbildung, Knochenstoffwechsel und die Regulierung des Blutdrucks. Ihre Hauptaufgabe besteht allerdings darin, nicht nutzbare und für den Organismus giftige Stoffe aus dem Blut zu filtern und auszuscheiden. Ohne funktionierende Nieren würden wir innerhalb kurzer Zeit einen qualvollen Tod erleiden. Jeder Mensch ­verfügt normalerweise über zwei Nieren. Diese bestehen jeweils aus zwei Millionen Einheiten (Nephronen), die das Blut filtern und den Harn konzentrieren. Der Harn fließt vom Nierenbecken durch den Harnleiter (Ureter) in die Blase. Wenn sich etwa 0,4 bis 1 Liter angesammelt hat, erfolgt die Entleerung über die Harnröhre.

Vor allem Frauen betroffen

Die häufigsten Erkrankungen der Harn­wege sind Infektionen. Die Keime steigen über die Harnröhre (Urethra) in die Blase und den Harnleiter auf. In seltenen Fällen können Krankheitserreger über den Blutkreislauf zu den Nieren gelangen. Meist sind Frauen von Harnwegsinfektionen wie Blasenkatarrh oder Blasenentzündung betroffen. Manche Frauen erwischt es mehrmals im Jahr. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass die Harnröhrenöffnung der Frau relativ nahe an Scheide und After liegt und zudem kürzer ist als bei Männern. So können Krankheitskeime leichter über die Harnröhre in die Blase gelangen. Das ­Risiko einer Erkrankung erhöht sich durch eine Schwangerschaft, Scheidenausfluss, die Verwendung von Intimsprays oder eines Diaphragmas, durch auf sexuellem Wege übertragene Infektionen sowie durch eine Gebärmutter- oder Blasensenkung. Das ­Risiko für eine Erkrankung steigt auch durch Missbildungen der Harnröhre, Nieren- oder Blasensteine, psychische Belastungen oder das Anlegen eines (Dauer-)Katheters.

Häufig keine Symptome

Symptomatisch ist ein ständiger Harndrang (wobei jedoch immer nur kleine Mengen Urin abgegeben werden), begleitet von Brennen oder Stechen. Manchmal ist der Harn blutig und riecht stark. Die Erkrankung tritt sehr häufig auf, bleibt aber oft unerkannt, denn rund die Hälfte sämt­licher Harnwegsinfektionen verursacht keinerlei Beschwerden. Blasenentzündungen können zwar sehr unangenehm sein, sind aber meist ungefährlich. Dennoch müssen sie medizinisch behandelt werden, sonst drohen akute und chronische Nieren­beckenentzündung, bis hin zur Blasenschwäche bzw. Reizblase (Harninkontinenz).

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Bild: VKI