Rezeptfreie Mittel bei Venenerkrankungen

Besser gleich zum Arzt!

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Konsument 5/2007 veröffentlicht: 19.04.2007

Inhalt

  • Bei Venenproblemen sofort zum Arzt
  • Getestete Präparate kaum wirksam
  • Langes Sitzen und Stehen vermeiden
  • Viel bewegen und Körpergewicht reduzieren

Krampfadern mehr als nur Schönheitsfehler

Müde Beine, die in warmer Umgebung anschwellen, sind mögliche Anzeichen einer Venenerkrankung. Jede zweite Frau und jeder vierte Mann macht bereits vor dem 30. Lebensjahr Bekanntschaft mit Besenreisern und Krampfadern. Neben der genetischen Veranlagung begünstigen auch Schwangerschaften und der moderne Lebensstil das Auftreten von Venenleiden. Unsere Blutgefäße in den Beinen benötigen Bewegung und sind nicht für sitzende Tätigkeiten geschaffen. Übergewicht und Schuhwerk mit hohen Absätzen tragen dazu bei, dass Venen überlastet und die Beine schwer werden. In der Folge auftretende Veränderungen an den Blutgefäßen sind nicht einfach nur Schönheitsfehler, sondern ernst zu nehmende Krankheitssymptome. Krampfadern sind Risikofaktoren für Thrombosen, die lebensbedrohliche Lungenembolien auslösen können. 

Zum Arzt statt Selbstmedikation

Betroffene sollten sich deshalb möglichst rasch in ärztliche Behandlung begeben und nicht auf in Apotheken oder Drogerien rezeptfrei verkaufte Präparate vertrauen. Die Pharmaindustrie wirbt zwar unter anderem damit, dass ihre Produkte „schnelle Erleichterung bei schweren und schmerzenden Beinen“, verbesserte Fließeigenschaften des Blutes, Entzündungshemmung oder eine Verringerung der Durchlässigkeit der Gefäßwände bewirken. Die meisten der getesteten Salben, Tropfen, Dragees oder Tabletten erwiesen sich jedoch als wenig geeignet.

Äußerlich anzuwendende Präparate

Bei den äußerlich anzuwendenden Mitteln haben unsere Experten erhebliche Zweifel, inwieweit die Wirkstoffe in ausreichender Konzentration am Wirkort zur Verfügung stehen. Kurzfristige Verbesserungen des Zustandes dürften demnach eher auf den Massage- und Kühlungseffekt zurückzuführen sein. In einzelnen Präparaten enthaltene Wirk- und Hilfsstoffe wie Parabene und Arnikatinktur können zudem hautreizend und allergieauslösend wirken. Gerade dies ist jedoch bei Venenleiden zu vermeiden, da die Haut als Folge der Erkrankung meist dünn und weniger gut durchblutet ist. Hautreizungen können zu Ekzemen oder offenen Beinen (Ulcus cruris) führen. Äußerlich anzuwendende Präparate sind deshalb bei der Behandlung von Venenleiden eher kontraindiziert.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo