Schönheitsstress (Kommentar)

Männer, habt Mitleid

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Konsument 7/2009 veröffentlicht: 13.07.2009

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Dass die Männer nicht schöner sein müssten als ein Aff, wie die Tante Jolesch gemeint hat, gilt heute weniger denn je. - "Kunde König": Ein satirischer Kommentar zum Thema Schönheitswahn von Alois Grasböck.

Knackige Herren

Längst stehen auch sie unter dem Druck, sich mit so knackigen Herren wie Pitt oder Beckham vergleichen lassen zu müssen. Allerdings leistet die Männerwelt noch heftigen Widerstand in Form von selbstsicher getragenen Bierbäuchen etc. Das trägt dazu bei, dass die Männer immer noch deutlich besser dran sind als die Frauen. Grasböck Alois Portrait

"Bikinifigur!

Letzteren ruft man in jedem Frühling von allen Seiten ein mahnendes "Bikinifigur!“ zu, und wenn man ein wenig in einschlägigen Zeitschriften blättert, stellt sich die Frage: Bestehen Frauen eigentlich nur aus Problemzonen? Dass es dabei ums Geschäft geht, muss nicht mehr extra erwähnt werden. Erstaunlich ist nur, wie gut das Geschäft funktioniert. Manches deutet darauf hin, dass der nicht künstlich aufgeblasene Naturbusen bald in der Minderheit sein könnte.

Haut, Knochen,  aber mächtige Oberweite

Es gibt Figur-Vorbilder, die mit ihrem Ungleichgewicht (teils Haut und Knochen, aber mit mächtiger Oberweite) schon bizarr wirken, aber Vorbilder sind sie trotzdem. Die Haut muss in regelmäßigen Abständen mit einem neuen, noch sensationelleren Fruchtextrakt geglättet werden und Damenrasierer tun so, als würden sie Frauen in Göttinnen verwandeln.

Knackpopsch schneidern

Dieser Schönheitsstress scheint sich, wie man ebenfalls der Werbung entnehmen kann, auf den Magen zu schlagen. Kaum schaltet man den Fernseher ein, taucht alsbald ein träger Damendarm auf, der mit einem Doserl Wundergetränk in Schwung gebracht werden soll. Ihr Männer, die ihr eher zu einem Doserl Bier greift: Habt Mitleid! Und seid wachsam in eurem Widerstand, sonst müsst ihr womöglich eines Tages auch in Massen zum Chirurgen, um euch einen Knackpopsch schneidern zu lassen.

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