Senioren und Medikamente

Gefährlicher Cocktail

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Konsument 12/2008 veröffentlicht: 17.11.2008, aktualisiert: 26.11.2008

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Je älter wir werden, desto mehr Medikamente schlucken wir im Durchschnitt. Nicht immer zu unserem Vorteil, denn mit der Pillenflut nehmen auch gefährliche Neben- und Wechselwirkungen zu.

Medizinischer Fortschritt

Die Lebenserwartung von Frau und Herrn Österreicher ist vor allem dank des medizinischen Fortschritts in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Neuartige und verbesserte Medikamente lassen uns gefährliche Krankheiten überwinden bzw. ermöglichen ein Leben damit. Da sich mit zunehmendem Alter die Gebrechen häufen, steigt bei älteren Menschen der Medikamentenkonsum. Die Altersgruppe der über 60-Jährigen schluckt mehr als die Hälfte aller verordneten Präparate. Nicht selten werden mehr als zehn verschiedene gleichzeitig eingenommen.

Nicht in Studien einbezogen

Doch mehr Medikamente bedeuten nicht automatisch eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Im Gegenteil: Mit der Zahl der Wirkstoffe steigt auch die Gefahr von unerwünschten Wirkungen und gefährlichen Arzneimittel-Interaktionen. Vorsichtigen Schätzungen zufolge gehen 5 Prozent aller Klinikaufenthalte von Senioren auf das Konto Arzneimittelfolgen. alterstypische Symptome abgetan. Ein Beispiel sind entwässernde Medikamente, sogenannte Diuretika.

Junge und Alte reagieren anders

Diese werden von jungen Menschen meist problemlos vertragen. Bei Senioren führt die Einnahme nicht selten zu einer Einlieferung ins Krankenhaus. Ebenfalls problematisch sind Blutverdünner, Diabetesmedikamente und Antirheumatika. Und noch ein Sachverhalt lässt sich aus den vorliegenden Daten bereits erkennen: Je mehr Tabletten verschrieben werden, desto mehr Mühe haben betagte Patienten, jede einzelne Tablette zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Dosierung einzunehmen.

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