Sonnenfinsternis-Brillen

Damit nichts ins Auge geht

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Konsument 8/1999 veröffentlicht: 01.08.1999

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  • Sonnenbeobachter brauchen wirksamen Augenschutz
  • Manche Sehbehelfe können schaden

Am 11. August gegen Mittag findet eine totale Sonnenfinsternis statt. Sie wird in weiten Teilen Österreichs zu sehen sein, wenn das Wetter mitspielt. Es ist ein faszinierendes Naturschauspiel, wenn sich die dunkle Scheibe des Neumondes langsam vor die Sonne schiebt, bis sie sie völlig verdeckt.

Netzhautschäden drohen

Doch Hinschauen kann ins Auge gehen: Nach der letzten Sonnenfinsternis im Oktober 1996 registrierte allein die Augen-Universitätsklinik in Innsbruck 15 Geschädigte. Sie alle hatten die Sonnenfinsternis mit freiem Auge verfolgt und klagten über Sehstörungen. Die Sonnenstrahlen hatten die Netzhaut regelrecht verbrannt. Folge: Eine bleibende Beeinträchtigung der Sehkraft.
Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie grundsätzlich nie ohne geeigneten Schutz direkt in die Sonne schauen. Geschwärzte Gläser oder Sonnenbrillen (auch zwei übereinander) sind völlig ungeeignet. Auch der „Geheimtip“, bei einer CD das Loch zu verkleben und sie so als Sonnenfilter zu verwenden, ist zu vergessen. Durchaus einsetzbar und unbedenklich ist dagegen eine Schweißerbrille mit einem Schutzfaktor 11.
Optiker oder astronomische Vereinigungen bieten Hilfsmittel zur Sonnenbeobachtung. Neben vier Folienbrillen aus Pappe untersuchten wir auch eine Sichtfolie. Die fiel im Praxistest wegen störender Spiegelungen durch. Bei der praktischen Erprobung hatten Brillenträger mit manchen Sehbehelfen ihre Probleme. Daher unbedingt vor dem Kauf ausprobieren! Außerdem soll man jeden Sichtschutz vor der Verwendung auf Beschädigungen untersuchen.

Besondere Vorsicht beim Beobachten mit Kindern!

Unsere technische Prüfung (Messung mit einem Varian Cary 5) zeigte: Sichtbare Strahlen und UV-Strahlen wurden durchwegs einwandfrei abgehalten. Merkliche Unterschiede stellten wir im Bereich der Infrarot(Wärme-)strahlung fest. Die beiden Brillen mit dunkler Folie ließen Infrarotstrahlen durch. Kein Wunder, dass einige Testpersonen unmittelbar nach dem Praxistest über Augenschmerzen klagten. Die Temperatur an der Oberfläche der dunklen Folien betrug an die 50 Grad! (Glänzende, aluminiumbeschichtete Folien wurden nur rund 29 Grad warm.)

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