Sonnenschutzmittel für Kinder

Gute um wenig Geld

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Konsument 7/2010 veröffentlicht: 14.06.2010

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  • Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 30 und 50(+) im Test
  • Die billigsten Produkte sind in beiden Gruppen die besten
  • Eine Creme bietet nur unzureichenden UVA-Schutz

Im Sommer gibt es im Freien jede Menge zu tun: Ball spielen, Schaukeln und Rutschen testen, Sandburgen bauen, ausgiebig im Wasser pritscheln und zwischendurch einfach auf der Decke liegen. Damit schöne Sommertage nicht mit Sonnenbrand und Tränen enden, muss die empfindliche ­Kinderhaut gut geschützt werden. Viel hilft in diesem Fall wirklich viel: T-Shirt anziehen, Kapperl und Brille aufsetzen und auf die freien Hautstellen reichlich Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen.

Ab in den Schatten

Die besten Plätze für Liege­decken und Sandkisten sind nicht in der prallen Sonne, sondern im Schatten! Wir haben gemeinsam mit anderen Konsumentenschutzorganisationen die Qualität von Sonnenschutzmitteln für Kinder mit Lichtschutzfaktor (LSF) 30, LSF 50 und LSF 50+ in einem internationalen Test geprüft.

„Dünnhäutige“ Kids

Lichtschutzfaktor 30 bzw. 50 und 50+, das kommt Ihnen vielleicht sehr hoch vor. Doch Kinderhaut ist dünn und durchlässig, das ihr eigene Schutzsystem noch nicht gut ausgebaut. Die Fähigkeit, sich durch ­Bräune und Verdickung der obersten Hautschicht (Lichtschwiele) vor UV-Strahlen zu schützen, entwickelt die Haut nach und nach. Erst mit der Pubertät ist diese Entwicklung dann abgeschlossen.

Mehr Sonnenbrände - mehr Gefahren

UV-Strahlen können daher in Kinderhaut tief eindringen und Schäden verursachen, die erst Jahre später zutage treten. Besonders gefährdet sind Kinder mit heller Haut, für diese sollten deshalb Sonnenschutzmittel mit LSF 50 und darüber eingekauft werden. Zudem verbringen Kinder mehr Zeit im Freien und in der Sonne als Erwachsene und sind dadurch höherer UV-Belastung ausgesetzt. Hautschäden summieren sich von der Kindheit bis ins hohe Alter. Mit der Anzahl und Schwere von Sonnenbränden steigt auch das Risiko für Spätfolgen, im schlimmsten Fall Hautkrebs.

Gut und günstig

Guter Sonnenschutz ist daher bei allen Freizeitaktivitäten wichtig. Die auch bei uns erhältlichen Sonnenschutzmittel im Test stammen aus Drogerie- und Supermärkten, aus der Apotheke und dem ­Reformhaus. Es sind sowohl preiswerte als auch sehr teure Mittel vertreten. Die gute Nachricht gleich vorweg: Die günstigsten Sonnenschutzmittel sind die besten. Unter den Sonnenschutzmitteln mit LSF 30 teilen sich Müller/Cadeavera sun Sonnenmilch für Kinder um 1,33 Euro je 100 ml und dm/Sun Dance Kids Sonnen Milch um 1,45 Euro je 100 ml Platz eins. Das beste Sonnenschutzmittel mit LSF ab 50, Lidl/Cien Sun Sonnenspray für Kinder, gibt es um wohlfeile 2 Euro je 100 ml.

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Kommentare

  • Chemie auf die Haut?
    von REDAKTION am 30.06.2010 um 13:03
    Das Gefahrenpotential von Stoffen wie etwa Titandioxid (TiO2) ist nicht einfach zu bewerten. Massgeblich dafür ist einerseits die Partikelgröße und ob die Partikel vollständig inaktiviert sind. Wissenschaftliche Studien zum Eindringen von Titandioxid in Kinderhaut liegen derzeit nicht vor. Derzeit gibt es auch noch keine verbindliche Kennzeichnungspflicht für Nanoverbindungen in Kosmetika. Wir fordern diese seit Jahren ein. Fazit: Nach derzeitigem Wissensstand ist es aus gesundheitlichen Gründen besser, bei Kindern Lichtschutzprodukte anzuwenden, die anorganische UV-Filter wie etwa Titandioxid enthalten, als einen Sonnenbrand zu riskieren. Ihr Konsument-Team
  • Chemie auf die Haut?
    von placzek am 29.06.2010 um 17:14
    Danke für den informativen Bericht. Wie soll man die Gefahr "Chemie auf der Kinderhaut" (Titandioxid etc.)bewerten? Gibt es hierzu Litaratur? MfG, Thomas Placzek
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