Sonnenschutzmittel für Kinder (Teil 1)

Mit Unsicherheitsfaktor

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Konsument 6/2006 veröffentlicht: 17.05.2006

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  • Nur zwei Sonnenschutzmittel sind rundum gut
  • Ein Produkt schützt weniger als angegeben

Kinder ausreichend geschützt in die Sonne

Auf der Wiese toben, die Rutsche hinuntersausen, Sandburgen bauen, baden ... den Sommer genießen. Sonne ist da meist mit im Spiel. Doch Kinderhaut ist empfindlich, empfindlicher als die von Erwachsenen. Die hauteigenen Schutzmechanismen wie Bräune und Verdickung der obersten Hautschicht (Lichtschwiele) bilden sich erst langsam ab dem zweiten Lebensjahr.

Mit der Pubertät ist diese Entwicklung dann abgeschlossen. Für die Kleinen ist es deswegen besser, wenn sie im Freien nicht nackt, sondern geschützt – mit Hose, T-Shirt, Kapperl, Sonnenbrille – spielen. Und zusätzlich reichlich mit Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) eingecremt sind.

LSF hält nicht was er verspricht

Doch wie verlässlich sind diese Cremen und Lotionen? Wir haben Sonnenschutzmittel für Kinder mit LSF 30 bis 50+ getestet. (Einige weitere Produkte, die zu Beginn dieses Tests noch nicht erhältlich waren, werden in den nächsten Heften vorgestellt.) Ein Faktor von 50+ empfiehlt sich vor allem zu Beginn des Urlaubs für besonders empfindliche, sehr hellhäutige Kinder.

Avon unterschreitet Lichtschutzfaktor

Kids mit weniger empfindlicher Haut finden mit Faktor 30 das Auslangen. Vorausgesetzt, dass der LSF tatsächlich so hoch ist, wie auf der Packung angegeben. Doch das ist nicht immer der Fall. Bei der Spray-Lotion für Kinder von Avon wird der angegebene LSF um mehr als 20 Prozent unterschritten! Dieses Produkt schützt also weit weniger als behauptet.

UVA-Schutz ist ungewiss

Der LSF bezieht sich übrigens ausschließlich auf den Schutz vor UVB-Strahlen (sie sind es, die den gefürchteten Sonnenbrand hervorrufen). Er gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange man sich mit dem Mittel eingecremt in der Sonne aufhalten kann, ohne rote Haut zu bekommen. Wer ungeschützt bereits nach zehn Minuten einen Sonnenbrand kassiert, kann theoretisch mit LSF 30 dreißig Mal länger (also fünf Stunden) in der Sonne bleiben.

Erhebliche Abweichungen

Doch Vorsicht: Der LSF ist lediglich ein Durchschnittswert. Je nach Hauttyp, Intensität der Sonneneinstrahlung und der Menge aufgetragener Sonnencreme sind erhebliche Abweichungen möglich. Nach höchstens zwei Dritteln der errechneten Zeit geht es daher besser ab in den Schatten.

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Bild: VKI