Sportmedizinische Untersuchung

Riskante Lücken

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Konsument 11/2004 veröffentlicht: 13.10.2004

Inhalt

  • Wer sich untersuchen lassen sollte
  • Was alles dazugehört und was man nicht verwechseln sollte
  • Nicht alle Anbieter sind sich der Verantwortung bewusst

Sport bewegt Österreich

Sport bewegt Österreich. Immer mehr Landsleute finden Gefallen an der sportlichen Betätigung, haben die positiven Wirkungen auf Körper und Seele zu schätzen gelernt. Doch wie trainiere ich am besten, auf welche Risiken muss ich achten? Der Bedarf an Beratung ist groß, das lässt auch das Angebot an – mehr oder weniger kompetenten – Beratern steigen. Sportmedizinische Untersuchung, Leistungsdiagnostik, sportärztliche Beratung, Erstellen eines Trainingsplans – die unterschiedlichsten Begriffe geistern durch den Raum, vor allem Fitness-Studios und Sportärzte preisen ihre Fähigkeiten und versprechen den schnellen Erfolg. Doch was sind solche Untersuchungen wirklich wert? Worauf kann man vertrauen?

Leistungsdiagnostik, sportärztliche Beratung, Trainingsplans

Dies wollten wir im Rahmen eines Tests ergründen und suchten dafür 18 Anbieter im Raum Wien sowie renommierte Betriebe im restlichen Österreich aus: Fitness-Studios (bzw. von diesen empfohlene Ärzte), sportmedizinische Institute sowie niedergelassene Ärzte, die einschlägige Werbung – zumeist im Internet – betreiben. Schon beim Erstkontakt setzte es die ersten Ausfälle. Ein Sportarzt war trotz wiederholter Versuche telefonisch nicht erreichbar, ein weiterer hatte gerade Terminprobleme. Und zwei Fitness-Clubs erteilten uns eine Abfuhr, weil sie sportmedizinische Untersuchungen nur für Mitglieder durchführen.

Eine etwas eigenartige Vorgangsweise, wenn man bedenkt, dass Einschreibegebühr und Mitgliedsbeitrag für ein Jahr weit über 1000 Euro ausmachen können. Da hat man eine Menge Geld bezahlt, um vielleicht im Nachhinein attestiert zu bekommen, dass man besser keine der im Club angebotenen Sportarten betreiben sollte.

Die Testperson: eher unsportlich

Übrig blieben somit 14 Adressen, an denen sich unsere Testperson einfand: Ein 35-jähriger Mann, eher unsportlich (sein Hobby ist Bogenschießen), der von seinem Hausarzt die Empfehlung bekommen hatte, mehr Bewegung zu machen. In seine Vorgeschichte (Anamnese) bauten wir eine Reihe von Details ein, die es in sich hatten: Gleich mehrere Familienangehörige leiden an Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Herzproblemen, der Großvater ist an einem Schlaganfall gestorben. Das sind Risikofaktoren, für die eine umfangreiche sportmedizinische Untersuchung vor Aufnahme einer sportlichen Aktivität notwendig ist.

Arzt testet Ärzte

Was wir verschwiegen, war der Beruf des Probanden – er ist Arzt. Und damit konnte er sehr gut beurteilen, was ihm da mancherorts empfohlen wurde beziehungsweise was man da alles vergessen hatte. Eine sportmedizinische – oder sportärztliche – Untersuchung ist eine recht umfangreiche Sache (siehe dazu: Weitere Artikel - "Woraus besteht eine sportmedizinische Untersuchung?"), die ungefähr eine Stunde dauert (mit nachfolgender Beratung bis zu zwei Stunden) und deswegen auch nicht ganz billig ist. Dann sollte aber auch gewissenhaft gearbeitet werden.

Die Untersuchung geht über einen Stufen- (oder Fitness-Test) weit hinaus. Bei diesem wird auf einem Ergometer (Hometrainer), am Laufband oder im Freien die maximale Herzfrequenz des Untersuchten ausgetestet und davon ausgehend die Trainingsherzfrequenz festgelegt.

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