Terminvergabe bei Hüft-OP´s

Privat geht´s schneller

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KONSUMENT 2/2014 veröffentlicht: 27.01.2014, aktualisiert: 27.02.2014

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Zwölf Ärzte im Test: Werden Privatpatienten bevorzugt? Seit Mitte 2011 ist ein Wartezeitenmanagement für bestimmte Operationstermine in österreichischen Spitälern vorgeschrieben. Doch wie unser Test zeigt, besteht immer noch Nachholbedarf.

Auf unserern Testergebnisseiten finden Sie diese Ärzte:

Aus Wien

  • OA Dr. Heinrich Martin
  • OA Dr. Heuberer Philipp
  • OA Dr. Karamat Lukas
  • OA Dr. Knechtel Herbert
  • OA Dr. Klein Gerhard
  • Univ.Doz. Dr. Kubista Bernd
  • OA Dr. Loho Gerald

Aus Niederösterreich

  • Dr. Bräuner Johannes
  • OA Dr. Felsing Clemens
  • Univ.Prof. Dr. Nehrer Stefan
  • Dr. Reisner Christoph
  • Dr. Winter Felix


Können Privatpatienten verkürzte Wartezeit erkaufen?

Lange Wartezeiten für einen OP-Termin im Spital oder für einen Untersuchungstermin beim Facharzt sorgen unter Patientinnen und Patienten immer wieder für Ärger und Verdruss. Empörung kommt auf, wenn der Eindruck entsteht, betuchtere "Kunden" könnten sich gegen entsprechende Privat-Zahlungen, unabhängig von medizinischen Notwendigkeiten, eine Verkürzung der Wartezeit erkaufen.

Frühere Tests erhärten den Verdacht

Unsere bisherigen Tests zum Thema Wartezeit bei Ärzten und in Spitälern (Wartezeit bei Facharztterminen 2/2008 und OP-Termine 9/2011) erhärteten diesen ­Verdacht. Lesen Sie auch Privat versichert, trotzdem Kosten 10/2013.

Gesetz fordert transparente Wartelisten

Der Gesetzgeber reagierte. Mitte 2011 trat eine Novelle des Bundesgesetzes über Krankenanstalten und Kuranstalten (KAKUG) in Kraft. Darin ­werden öffentliche und private gemeinnützige Krankenanstalten verpflichtet, für bestimmte Eingriffe ein transparentes Wartelisten­regime einzuführen. Die Regelung gilt für geplante (elektive) Operationen, bei denen die Wartezeit mehr als vier Wochen beträgt. Konkret betroffen sind Kataraktoperationen, Bandscheibenoperationen sowie das Einsetzen von Hüft­endoprothesen.

Terminvergabe: Bevorzugung bestimmter Patienten verhindern

Ebenfalls im Gesetz vor­geschrieben ist, dass "nach Maßgabe der technischen Möglichkeiten tunlichst eine Auskunftseinholung auf elektronischem Weg zu ermöglichen ist". Ziel des Gesetzes ist es, durch Offenlegung und Nachvollziehbarkeit eine Bevorzugung von bestimmten Patienten zu verhindern und eine Termin­vergabe ausschließlich nach streng medi­zinischen Kriterien sicherzustellen.

Keine Extraleistungen

Um es vorweg klarzustellen: Dass Spitals­ärzte den Patienten Untersuchungen und Beratung in ihren Privatordinationen anbieten, soll hier nicht Gegenstand der Kritik sein. Dies ist im Gegenteil als zusätzlicher Service für die Patienten zu sehen.

Nicht ­zulässig ist es hingegen, wenn Ärzte den ­Eindruck vermitteln, dass mit dem Besuch in der Privatordination eine Bevorzugung im stationären Bereich erkauft werden könne. Dazu zählt unter anderem auch die raschere Vergabe eines OP-Termins (Vorreihung auf der Warteliste).

Umgehen Ärzte Warteliste?

In unserem KONSUMENT-Test zu Wartezeiten bei Hüft-Operationen finden Sie Informationen zu Dr. Lukas Karamat, Dr. Bernd Kubista, Dr. Gerald Loho, Dr. Herbert Knechtel, Dr. Martin Heinrich, Dr. Gerhard Klein, Dr. Philipp Heuberer, Dr. Stefan Nehrer, Dr. Clemens Felsing, Dr. Johannes Bräuner, Dr. Christoph Reisner und Dr. Felix Winter. Wir untersuchen die Kosten der Privatordination, die Wartezeit auf den OP-Termin, das Angebot des Arztes, weitere Kosten und - ganz entscheidend -: ob der Arzt die Warteliste umgeht. Die Ärzte haben wir nach Zufallsprinzip ermittelt.

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Kommentare

  • Beurteilung Nehrer
    von Nehrer am 27.01.2014 um 16:33
    Bezüglich der Vorwürfe ist festzustellen, dass das Vormerksystem des Spitals den aktuellen nächstmöglichen Termin automatisiert vorgibt, dieser wurde auch so weitergegeben. Die Wartezeiten werden monatlich erhoben, sodass zu einem bestimmten Zeitpunkt Abweichungen von 1-2 Wochen möglich sind. Bezüglich der Behandlung im Spital ist festzuhalten, dass jeder Patient soweit möglich persönlich vom Operateur visitiert wird und dieser Umstand damit keine Sonderbehandlung darstellt. Der Patient war kein Sonderklassepatient, sodass der Vorwurf der Umgehung der Sonderklasseversicherung in keiner Weise zutrifft und damit beide Beurteilungen damit ungerechtfertigte Unterstellungen sind. Die strukturierte Nachbehandlung in der Privatordination über 2-3 Monate-je nach Verlauf- ist ein Angebot an den Patienten, welches Patienten, die nicht im Spital nachbehandelt werden wollen eine optimale Nachbetreuung sichert. Stefan Nehrer
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo