Vogelgrippe

Panikmache oder echte Gefahr?

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veröffentlicht: 28.09.2005, aktualisiert: 19.10.2005

Inhalt

Die Angst vor der Vogelgrippe geht um. Dahinter stehen aber auch kommerzielle Interessen.

Keine Panik

Die Vogelgrippe ist keineswegs neu, sondern als Geflügelpest seit Langem bekannt. Diese Krankheit befällt im allgemeinen nur Vögel. Die Viren sind mit den Influenza-Viren verwandt, die beim Menschen Grippe hervorrufen. Im asiatischen Raum kursiert derzeit ein Vogelgrippevirus. Und dort sind vereinzelt auch Menschen erkrankt. Dabei handelte es sich jedoch um Personen, die eng mit Vögeln zusammenleben oder infizierte Tiere beseitigt haben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch hat bisher nicht stattgefunden.

Neues Virus möglich

Befürchtet wird, dass sich ein menschliches Grippevirus mit dem Vogelgrippevirus „kreuzen“ und dadurch ein neues, bisher unbekanntes menschliches Grippevirus entstehen könnte. Grippeviren sind nämlich besonders wandlungsfähig. Falls dieses neue Virus sehr ansteckend ist, könnte eine weltweite Grippewelle (Pandemie) folgen.

Therapie und Impfung

Falls eine Influenzawelle mit dem neuen Virus ausbricht, wird die Pharmaindustrie sofort mit Hochdruck einen Impfstoff entwickeln. Es würde jedoch zwei bis drei Monate dauern, bis dieser verfügbar ist. Zum anderen würde das Medikament Tamiflu zum Einsatz kommen, das sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie gegen derzeit übliche Grippeviren Anwendung findet. Es wird angenommen, dass Tamiflu auch gegen ein neu entstehendes Virus wirken würde.

Im Fall des Falles

Bei Ausbruch einer Influenza-Pandemie sollte der Kontakt zu anderen Menschen möglichst reduziert werden. Atemmasken bieten einen gewissen Schutz vor Ansteckung. Eine eiserne Reserve an Lebensmitteln kann hilfreich sein, weil dann das schützende Haus nur selten verlassen werden muss.

Höchstwahrscheinlich werden vorher gesunde Erwachsene eine Virusgrippe auch ohne Tamiflu überleben. Allerdings ist man mit „echter“ Grippe rund 14 Tage außer Gefecht gesetzt. Besonders gefährdet sind Kinder, alte Menschen, chronisch Kranke oder Personen mit geschwächter Immunabwehr.

Nur in Einzelfällen angebracht

Das vorbeugende Einlagern von Tamiflu durch Privatpersonen halten wir aber nur in Einzelfällen für sinnvoll. Allerdings wird in den Medien derzeit massiv dafür Stimmung gemacht. Wenn eine Familie die Ration für sechs Wochen Vorsorge einbunkert, wird das teuer, denn eine Packung Tamiflu kostet 44,10 Euro. Weiters lässt sich das Medikament nur drei Jahre lagern. Ob in diesem Zeitraum die gefürchtete Pandemie ausbrechen könnte ist mehr als fraglich.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Novemberausgabe unseres "Konsument"-Magazins. Sie erscheint am 20. Oktober.

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