Vogelgrippe

Die Angst geht um

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Konsument 11/2005 veröffentlicht: 14.10.2005, aktualisiert: 25.10.2005

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Hinter der Panikmache stehen auch kommerzielle Interessen.

Geflügelpest

Die Vogelgrippe ist keineswegs neu, sondern als Geflügelpest seit Langem bekannt. Diese Krankheit befällt im Allgemeinen nur Vögel. Die Viren sind mit den Influenza-Viren verwandt, die beim Menschen Grippe hervorrufen. Im asiatischen Raum kursiert derzeit ein Vogelgrippevirus. Und dort sind vereinzelt auch Menschen erkrankt. Dabei handelte es sich jedoch um Personen, die eng mit Vögeln zusammenleben oder infizierte Tiere beseitigt haben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch hat bisher nicht stattgefunden. Auch die Übertragung durch Lebensmittel wie Fleisch und Eier oder gar durch Federn in Bettwaren oder Jacken ist höchstwahrscheinlich ausgeschlossen.

Neues Virus möglich

Befürchtet wird, dass sich ein menschliches Grippevirus mit dem Vogelgrippevirus „kreuzen“ und dadurch ein neues, bisher unbekanntes menschliches Grippevirus entstehen könnte. Grippeviren sind nämlich besonders wandlungsfähig. Falls dieses neue Virus sehr ansteckend ist, könnte eine weltweite Grippewelle (Pandemie) folgen. Ob und wann dieser Fall aber tatsächlich eintritt, kann ein seriöser Experte heute nicht sagen. In den letzten hundert Jahren grassierten drei Grippe-Pandemien. Irgendwann wird wahrscheinlich wieder eine Influenza-Pandemie ausbrechen, auch wenn kein Vogelgrippe-Virus beteiligt ist.

Tamiflu

Symptome der „echten“ Grippe sind hohes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Treten lediglich Husten, Schnupfen und Heiserkeit auf, handelt es sich um eine Erkältung. Gegen Grippe gibt es derzeit zwei Strategien. Zum einen die Schutzimpfung. Doch die wirkt nur gegen derzeit bekannte Virusstämme. Falls eine Influenzawelle mit dem neuen Virus ausbricht, wird die Pharmaindustrie sofort mit Hochdruck einen Impfstoff entwickeln. Es würde jedoch zwei bis drei Monate dauern, bis dieser verfügbar ist. Zum anderen das Medikament Tamiflu, das sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie gegen derzeit übliche Grippeviren Anwendung findet. Es wird angenommen, dass Tamiflu auch gegen ein neu entstehendes Virus wirken würde. Deshalb spielt es in Pandemie-Vorsorgeplänen eine wichtige Rolle. Falls die Grippewelle anrollt, sollen Personengruppen wie Ärzte, Apotheker, Bedienstete bei öffentlichen Verkehrsmitteln, Post, Müllabfuhr und Ähnliche vorbeugend damit versorgt werden, um so das öffentliche Leben aufrechterhalten zu können. Für diese Personen soll das Medikament angekauft werden.

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