Vorsorgeuntersuchung

Theorie und Praxis

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Konsument 2/2011 veröffentlicht: 22.01.2011

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Wie rechnen Ärzte ihre Leistungen mit der Krankenkasse ab? Wir haben uns die Leistungsblätter verschiedener Patienten nach einer Vorsorgeunter­suchung angeschaut.

Einmal im Jahr bekommen wir besondere Post von unserer Krankenkasse. Dem Leis­tungsblatt, das dann im Postkasten liegt, können wir entnehmen, wann wir medizinische Hilfe in Anspruch genommen haben und wie hoch die Kosten für Arzttermine, Medikamente oder Krankenhausaufenthalte waren.

Transparenz im Gesundheitswesen

Diese Information ist gesetzlich vorgeschrieben und soll für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen. Doch wer weiß ein halbes Jahr nach dem Arztbesuch noch, was genau in der Ordination abgeklärt worden ist, welche Untersuchungen erfolgten und welche Medi­kamente verschrieben wurden? Viele Ver­sicherte stehen dem Leistungsblatt – wie wir aufgrund der Hinweise unserer Leserinnen und Leser wissen – denn auch etwas hilflos gegenüber. Manche wundern sich über die Höhe der gelegten Abrechnung.

Sieben Mal zur Vorsorge

Im Rahmen einer Stichprobe haben wir uns angeschaut, wie Ärzte mit der Kranken­kasse abrechnen. Sieben Kolleginnen und Kollegen, die ohnehin zur Vorsorgeuntersuchung (VU) gegangen wären, haben ­diese Ende 2009 bei sieben zufällig ausgewählten Wiener Allgemeinmedizinern vornehmen lassen. Die Vorsorgeuntersuchung (früher: Gesundenuntersuchung) sowie dazugehörige Laboruntersuchungen scheinen im Leistungsblatt gesondert auf, die Tarife sind so leichter nachvollziehbar – dachten wir zumindest.

Glatte Fehlinformation

Die erste Überraschung erlebten wir bereits, bevor der eigentliche Test beginnen konnte. Eine Medizinerin teilte unserem Probanden nämlich mit, dass eine Vorsorge­unter­suchung (VU) nicht möglich sei, da der Patient im selben Quartal schon einen (anderen) praktischen Arzt konsultiert habe. Die E-Card ­lasse, so die Ärztin, eine VU im selben Quartal nicht mehr zu, da dazu zwei Termine ­notwendig seien. Dies ist eine glatte Fehl­information. Eine Vorsorgeuntersuchung ist immer möglich, egal wie viele Ärzte bereits aufgesucht wurden.

Normalerweise können zwar pro Quartal nur ein Allgemeinmediziner sowie drei Fachärzte auf Kassenkosten konsultiert werden, für die VU gilt jedoch explizit eine Ausnahme.

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Kommentare

  • Keine schlechte Leistung!
    von evaundmaria am 07.03.2011 um 18:43
    In diesem Zusammenhang fällt mir mein Leistungsblatt vom Jahr 2009 wieder ein. Ich habe erstmals eine Fachärztin für Neurologie aufgesucht, da mir plötzlich verstärktes Muskelzucken Sorgen bereitete. Nachdem ich der Dame von meinem stressigen Berufsleben erzählt habe, drückte mir diese eine Visitenkarte in die Hand, eine Kontaktadresse, die Lebensberatung anbot. Diese Frau hat an mir keine einzige Untersuchung vorgenommen, sie blieb während der gesamten Behandlungsdauer auf ihrem Schreibtischsessel sitzen. Umso erstaunter war ich dann, als ich dem Leistungsblatt entnahm, dass sie der Krankenkassa für dieses höchstens 10 - minütige Gespräch 75 Euro verrechnet hat!
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