Wahlärzte: Osteoporoseberatung

Selten perfekt

Seite 1 von 13

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 6/2005 veröffentlicht: 23.05.2005

Inhalt

  • Etwa ein Drittel aller Österreicher über 60 erkrankt an Osteoporose
  • Nur wenige Patienten werden richtig behandelt
  • Informationen über Risiko und Gegenmaßnahmen sind selten
  • Auch bei den Wahlärzten hapert es mit der Beratung

Osteoporose braucht ausführliche Beratung

Osteoporose ist eine Volkskrankheit: 40.000 Knochenbrüche im Jahr gehen darauf zurück. Ein Drittel der Personen, die einen Oberschenkelhalsbruch erleiden, stirbt an den Folgen. Ein weiteres Drittel bleibt lebenslang behindert, und nur das restliche Drittel kann weitgehend wieder die gewohnte Lebensqualität erreichen. Die Kosten für Behandlung und Rehabilitation betragen jährlich rund 430 Millionen Euro. Richtige Osteoporose-Beratung und -Vorbeugung liegt also nicht nur im Interesse der Betroffenen sondern auch der Gesellschaft.

Veranlagung und Lifestyle

Knochen sind nicht starr, sie unterliegen einem dauernden Prozess von Auf- und Abbau. Nach dem 30. Lebensjahr und im Zuge des Alterns nimmt die Knochendichte ab – abhängig von genetischen Faktoren und Lebensstil, von Krankheiten oder einer Langzeittherapie mit Kortison. Spätestens dann, wenn beginnende Osteoporose erkannt wird, sollten Ärzte ihre Patienten eindringlich über den richtigen Lebensstil wie z.B. Ernährung und Bewegung informieren und die notwendige Behandlung einleiten. Genau an diesem Punkt setzt unser Test an. In den ersten beiden Februarwochen 2005 schickten wir eine Testperson mit der Diagnose „beginnende Osteoporose“ in zehn Arztpraxen, und zwar diesmal zu Wahlärzten.

Arztauswahl

Wahlärzte werben mit besonders hoher Beratungsqualität, und sie betonen, dass sie sich Zeit für ihre Patienten nehmen. Unter den Wiener Allgemeinärzten gibt es bereits mehr Wahlärzte als solche mit Kassenvertrag. Wahlärzte können ihre Honorare frei – also auch über dem Kassenhonorar – festlegen. Die Kassen sind verpflichtet, den Patienten für die Leistung des Wahlarztes 80 Prozent jener Kosten zu vergüten, die ein Kassenvertragsarzt laut Honorarordnung verrechnen darf. Unser Test hatte deshalb auch das Ziel festzustellen, ob die 20 Prozent Privatleistung gerechtfertigt sind bzw. ob der persönliche finanzielle Mehraufwand, der durch den Besuch eines Wahlarztes entsteht, überhaupt lohnt.

Zufallsgenerator hat entschieden

Für den Test wurden Wahlärzte in Wien ausgesucht und gemäß Verteilung auf die Bezirke dreimal 10 Wahlärzte mittels Zufallsgenerator definiert. Anschließend nahm unsere Testperson Kontakt auf. Hatte der erste Arzt keinen Termin zur Verfügung oder bot er keine Osteoporose-Beratung, wählte sie den zweiten bzw. den dritten Arzt für ein Beratungsgespräch aus.

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
3 Stimmen
Weiterlesen
KONSUMENT-Probe-Abo