Zahnbehandlung - Auweh

Patienten berichten

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Konsument 10/2004 veröffentlicht: 16.09.2004

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„Konsument“-Leser schildern ihre Erfahrungen mit Zahnärzten. Vielleicht kommt Ihnen das eine oder andere bekannt vor? Werfen Sie auch einen Blick in die "Reaktionen".

Viele Patienten machten schlechte Erfahrungen

Im letzten Jahr hatten wir die „Konsument“-Leser mehrfach gebeten, uns ihre Erfahrungen zu berichten. Die Zuschriften waren beachtlich. Post erhielten wir auch von einigen Zahnärzten (in der Regel Abonnenten). Gar nicht wenige Patienten baten uns ausdrücklich darum, keine Namen zu nennen - weder den eigenen, noch jenen des Zahnarztes. Meist in Fällen, in denen unsere Leser ihren Zahnärzten Fehlverhalten vorwarfen. Da schwang spürbar einige Angst mit, Angst, dass sie bei einer Namensnennung auch noch geklagt werden.

   Zu wenig zuhören, erklären, erkennen: So sehen viele unserer Leser ihre Zahnärzte (Cartoon: Eibl)

Unser Eindruck: Je selbstbewusster die Patienten auftreten, desto ruppiger werden auch unter Zahnärzten die Sitten - Aug um Auge, Zahn um Zahn. Die Zahl der Zahnärzte und die Ordinationskosten steigen. Die Zahl der Patienten pro Zahnarzt sinkt. Das hat Konsequenzen.

Wir haben daher die folgenden Texte anonymisiert. Dort, wo es der Verständlichkeit dient, haben wir die Leserbriefe in geringem Umfang bearbeitet. Im Gegensatz zur gedruckten Ausgabe, die nur eine Auswahl in stark gekürzter Form präsentieren konnte, wollten wir hier in der Online-Version die Patienten möglichst ungekürzt zu Wort kommen lassen.

Wenig Lob, viel Tadel

Auffällig: Obwohl wir unsere Auforderung neutral formulierten ("Welche Erfahrungen haben Sie mit Zahnärzten gemacht?"), erhielten wir nur sehr wenige lobende Zuschriften. Was die Patienten hier berichten, deckt sich mit Erfahrungen der Vorjahre. Dieses massive Unbehagen, das unsere Leser formulieren, steht in krassem Widerspruch zu dem, was uns Ärztekammer-Funktionäre im Gespräch mitteilten. Die Zufriedenheit der Patienten mit den Zahnärzten sei, hieß es da, sehr hoch. Basis für die Aussage sind Umfragen unter Patienten, die von der Kurie der Zahnärzte in der Ärztekammer in Auftrag gegeben wurden. In diesen Umfragen würden die befragten Patienten ihren Zahnärzten ein sehr gutes Zeugnis ausstellen.

Wir baten im Sommer  2004 (also rechtzeitig) die Standesvertretung um die letzte Umfrage; erhalten haben wir nichts. Oder polemisch zugespitzt: Die zufriedenen Patienten nehmen an den Umfragen der Zahnärzte teil, die unzufriedenen schreiben an den "Konsument". Wobei eines klar ist: Zufriedene Patienten schreiben nur selten, zur Feder greifen jene, die ein Problem haben.

Kommentare der Redaktion

Wir wissen durch den jahrelangen Kontakt mit Patienten, dass auch Patienten irren können und durchaus korrekte und hochwertige zahnärztliche Arbeit falsch einschätzen. Üblicherweise vertreten wir im Gespräch mit Patienten folgende Position: „Gehen sie davon aus, dass ihr Zahnarzt seine Arbeit nicht schlechter macht, als Sie die Ihre.“ Angesichts dieser Zuschriften tun wir uns mit dieser Empfehlung etwas schwerer.

Wir hatten bei manchen Texten den Eindruck, dass ein Kommentar der Redaktion nötig sei. Unsere Stellungnahmen sind kursiv gekennzeichnet.

Die häufigsten Schwachpunkte

Die häufigsten Schwachpunkte der Zahnärzte aus der Sicht unserer Leser:

  • Zuhören : Viele Patienten haben das Gefühl, Zahnärzte hören nicht genug zu.
  • Reden : Zahnärzte informieren Patienten nicht ausreichend über die Behandlung.
  • Ernstnehmen : Manche Patienten haben das Gefühl nicht ernstgenommen zu werden.
  • Fehler : Fehler zuzugeben bzw. sie zu verbessern dürfte nicht selbstverständlich sein.
  • Kosten: Patienten beklagen die Unfähigkeit vieler Zahnärzte, vor der Behandlung verständlich und korrekt über Kosten zu informieren.
  • Schwarz: Vieles wird ohne Rechnung gemacht, teilweise ohne Wissen und gegen den Wunsch der Patienten.

Leserbriefe, Mails, Foren

Wir haben alle schriftlichen Quellen ausgewertet; das sind: Leserbriefe, Mails, Einträge in unserem Forum „Zahnärzte und Zahnbehandlung“. Eingearbeitet haben wir auch Reaktionen auf unseren Patientenratgeber „ Zähne “.  Anrufe von Patienten haben wir nicht protokolliert. Nicht enthalten sind alle Schreiben, die sich in erster Linie auf die Kosten der Behandlung beziehen. Nicht enthalten sind jene Berichte unserer Europäischen Verbraucherberatung, die mangelhafte Zahnbehandlung in Ungarn zum Thema haben. Beide Themen wollen wir extra behandeln.

Die Leserzuschriften stammen überwiegend aus den Jahren 2003 und 2004, beziehen sich aber auch auf Erlebnisse, die weiter zurückliegen.

Was haben Sie bezahlt?

Wir erheben nicht nur die Erlebnisse von Patienten mit ihren Zahnärzten. Wir erheben auch die Preise von zahnärztlichen Privatleistungen und werden sie in in der gedruckten Ausgabe von „Konsument“ und hier auf der Homepage veröffentlichen. Schicken Sie uns die Kopien von Kostenvoranschlägen bzw. Rechnungen. Wir behandeln alle Zusendungen vertraulich, können sie aber nicht einzeln beantworten.

 

Zuschriften bitte an:

Redaktion „Konsument“
Kennwort „Zahnbehandlung“
Linke Wienzeile 18
1060 Wien
oder zaehne@konsument.at

Probleme mit Ihrem Zahnarzt?

Sie können sich an die Schlichtungsstelle in der Ärztekammer (ÄK) Ihres Bundeslandes wenden. Vorteil: Das Verfahren ist kostenlos und dauert in der Regel drei bis sechs Monate. Nachteil: Weder Ärzte noch Patienten müssen den Schiedsspruch akzeptieren.

ÄK-Burgenland
(02682) 625 21-0
office@aekbgld.at

Kärnten
Anfragen an die Patientenanwaltschaft
(0463) 57 23-0
patientenanwalt.ktn@pa.jet2web.at

ÄK-NÖ
(01) 537 51-214
sekrzmk@arztnoe.at

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(0732) 77 83 71-207
waldhauser@aekooe.or.at

ÄK-Salzburg
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(0316) 80 44-0
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ÄK-Wien
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aekwien@aekwien.or.at

 

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