Zahnbehandlung: Enttäuschung in Ungarn

Schlechte Inlays

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Konsument 6/2008 veröffentlicht: 29.05.2008

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Wer seine Zähne in Ungarn preiswert sanieren lassen will, sollte bedenken, dass sich die rechtliche Situation dort von der österreichischen unterscheiden kann.

14 Keramik-Inlays mangelhaft

Diese Erfahrung machte Frau T. aus Wien. Sie wollte ihre Amalgamplomben loswerden und ließ sich in einer Dentalklinik in Ungarn 14 Keramik-Inlays einsetzen. Schon nach einigen Tagen verlor sie eine der teuren Füllungen. Sie reklamierte und bekam Ersatz. Doch nach und nach bröckelten alle Inlays. Frau T. reklamierte nochmals.

1200 Euro für Reparatur

Die Klinik refundierte 250 Euro und bot an, die Arbeit noch einmal zu machen. Doch die Patientin hatte das Vertrauen in die ungarischen Zahnärzte verloren und wandte sich an eine Wiener Zahnärztin. Die stellte fest, dass schlampig gearbeitet worden war: Unter den neuen Füllungen fanden sich noch Reste der alten Plomben. Die Sanierung kostete nochmals über 1.200 Euro.

Ungarische Klinik fein heraus

Verständlich, dass Frau T. nun von der ungarischen Zahnklinik ihr Geld zurückwollte. Nach österreichischem Recht wäre das kein Problem. Daher intervenierte unser [ Europäisches Verbraucherzentrum ]. Doch der Anwalt der Zahnklinik ließ uns wissen, dass laut ungarischem Recht ein Patient dem Arzt Gelegenheit geben muss, seine Arbeit zu verbessern. Der Patient darf nur dann einen anderen Zahnarzt aufsuchen, wenn der Arzt die Verbesserung ablehnt oder nicht in der Lage ist, diese Verbesserung innerhalb einer bestimmten Frist durchzuführen. Daher blieb Frau T. auf ihren Kosten sitzen.

  Europäisches Verbraucherzentrum

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