Zahnbehandlung in Ungarn: Reklamation

Farblich unpassende Kronen

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Konsument 2/2011 veröffentlicht: 17.01.2011

Inhalt

"Mit den Kronen, die ich mir in einer ungarischen Zahnklinik habe machen lassen, bin ich gar nicht zufrieden. Ich hätte gern andere, die farblich besser passen. Welche Möglichkeiten habe ich, zu reklamieren?" - In unserer Rubrik "Tipps nonstop" stellen Leser Fragen und unsere Experten geben Antwort - hier Dr. Manfred Tacha.

Manfred Tacha (Bild: Wilke)
Dr. Manfred Tacha

Unserer Erfahrung nach haben Österreicher gegenüber einer ungarischen Zahnklinik einen denkbar schlechten Stand. Üblicherweise wird hier nur eine Verbesserung angeboten. Ein Komplettaustausch auf Kosten der Zahnklinik oder des Zahnarztes ist nach unserem Wissensstand kaum üblich und liegt im Ermessen der Behandler.

Klage nicht ratsam

Wenn Sie neue Kronen wollen, müssten Sie in Ungarn klagen. Das ist jedoch nicht ratsam: Zum einen gibt es das Prozessrisiko – ungarischer Klagsgegner, ungarisches Gericht, ungarischer Anwalt –, und zudem ist das eigentliche Problem damit ja nicht behoben.

Österreichische Stellen nicht zuständig

Wir kennen auch keine Stelle, die in dieser schwierigen Situation einem Patienten helfen würde. Die österreichischen Patientenanwaltschaften sind nur für das jeweilige Bundesland zuständig. Die Zahnärztekammern sind ebenfalls nicht zuständig und schätzen die Konkurrenz im Osten verständlicherweise nicht besonders. Daher kommen für Sie wahrscheinlich nur zwei Wege infrage: Entweder Sie lassen die Arbeit durch die ungarische Zahnklinik verbessern oder Sie lassen sich neue Kronen bei einem anderen Anbieter machen, zum Beispiel in Österreich.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
2 Stimmen

Kommentare

  • Provisorisch einzementiert
    von REDAKTION am 16.02.2011 um 16:52

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir müssen Ihnen Recht geben: So wie der Text formuliert ist, fehlt ein kleines aber wichtiges Detail. Die Leserin hatte in ihrem Schreiben von provisorisch eingesetzten Kronen geschrieben und sie hat sich vor dem endgültigen Einzementieren an uns gewandt. Dieser Artikel vom Typ "Tipp" ist zwar länger als üblich, trotzdem ist der Hinweis ("provisorisch") beim Kürzen unter den Tisch gefallen, wofür wir uns entschuldigen.

    Verbesserung bedeutet in dem Zusammenhang, dem Zahnarzt vor dem Einzementieren zu sagen, dass man mit der Farbe nicht einverstanden ist.

    Viele Patienten - das ist unsere langjährige Erfahrung - trauen sich nicht dem Zahnarzt das zu sagen und Verbesserung zu fordern. (Woher kommt diese Angst?) Wer oder was die Ursache für diese falsche Farbe ist und wer etwaige Kosten zu tragen hat, ist für uns auf der Basis eines Sieben-Zeilen-Mails auch kaum abzuschätzen.

    Extrem positive Berichterstattung/Umdenken: Wir sehen das etwas anders als Sie und würden unsere Berichterstattung zur Zahnbehandlung in Ungarn als ambivalent bezeichnen. Die überwiegende Zahl an Leserberichten ist positiv; uns sind aber auch einige katastrophale Fälle bekannt. Auch in unserem Forum gibt es kritische Stimmen zur Zahnbehandlung in Ungarn. Auf beide Seiten weisen wir hin. Da es uns bis jetzt leider nicht möglich war die Qualität von österreichischen und ungarischen Zahnärzten im Vergleich zu testen (das fordern unsere Leser von uns), mussten wir uns auf Einzelbeispiele und die problematische Rechtslage in Ungarn beschränken. Der Vergleich einer Behandlung mit Implantaten in Österreich und Ungarn (KONSUMENT 11/2009) zeigt leider nur zwei Einzelbeispiele, ist also nicht repräsentativ.

    KONSUMENT-Artikel zur Zahnbehandlung: Eine Übersicht über KONSUMENT-Artikel zum Schlagwort Zahnbehandlung finden Sie hier: http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/Page/ThemenOverview&cid=1188229653047&parents=200007520&themenbereichId=200000008&schlagwortId=200007520

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Zahnbehandlung in Ungarn
    von Wos_wor_mei_Leistung? am 16.02.2011 um 16:45
    Als langjährige Abonnentin Ihrer Zeitschrift habe ich bisher immer die extrem positive Berichterstattung zum Thema Zahnbehandlung in Ungarn im Konsument beobachten können und mir dazu so einiges gedacht. Es freut mich, dass offenbar in der Redaktion ein Umdenken eingesetzt hat, wie ich Ihrer Anfragebeantwortung entnehmen kann. Darf ich Sie bitten, mir mitzuteilen, was Sie mit einer Verbesserung (die Leserbriefschreiberin bemängelt die Farbgestaltung der ungarischen Kronen) gemeint haben? Weder mir noch meiner (österreichischen) Zahntechnikerin ist eine seriöse, dauerhafte Möglichkeit der Farbänderung einer im Mund festzementierten Keramikarbeit bekannt! Dr. Janina Stadler
Bild: VKI