Zahnfleisch-Schwund stoppen: dentomit Parodontal-Spray

Q10 soll angeblich helfen

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Konsument 10/2006 veröffentlicht: 20.09.2006

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„Dentomit“: Sorgfältige Zahnpflege ist besser – und billiger.

Parodontitis gefährdet Zähne

Wer an Parodontitis leidet, muss Angst haben, seine Zähne zu verlieren. Manche Zahnärzte bieten einen Spray an, der das Coenzym Q10 (einen vitaminartigen Nährstoff) enthält: „dentomit“ soll Zahnfleischentzündungen vorbeugen und die Regeneration und Festigung geschädigten Zahnfleisches fördern.

156 € für ein sehr kleines Fläschchen

Eine 100-ml-Flasche kostet 156 Euro. Im Geschäft würde man da vor dem Kauf zurückschrecken. Beim Arzt lässt man sich eher überreden. Vor allem, wenn man erst draufkommt, wenn die Ordinationshilfe die Rechnung ausstellt. Über die Wirkung des Mittels gehen die Meinungen auseinander.

Unbekannte Studien

Der Anbieter, die Firma Dr.med. Schütze, verweist auf zahlreiche Studien, die die Wirkung von Q10 belegen würden. Die seien aber weitgehend unbekannt, wie Geschäftsführerin Christa Kirchmair einräumt. Doch viele Meldungen von Ärzten würden die Wirkung in der Praxis bestätigen. In wissenschaftlichen Kreisen weiß man nichts von einschlägigen Studien, zumindest nicht aus seriöser Quelle, wie der Parodontologe Stefan Hienz betont.

Der Zahnbelag muss weg - mit der Bürste

Praktiker verweisen darauf, dass bei Parodontitis vor allem die Plaque (Zahnbelag) entfernt werden müsse, was eben nur mechanisch möglich sei. Dr. Gerlinde Durstberger von der Wiener Universitätszahnklinik: „Man glaubt immer, sich das Zähneputzen ersparen zu können. Doch Einsprühen allein kann gegen Plaque nichts bewirken.“

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