Antibakterielle Kühlgeräte von Bosch-Siemens

Lebensmittel halten nicht länger

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Konsument 1/2004 veröffentlicht: 10.12.2003

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Die Innenwände von BSH-Kühlgeräten sind mit einer antibakteriellen Schicht (aus AgION) versehen.

Silber gegen Keime

Kühlschränke der BSH-Gruppe (mit den Marken Bosch, Siemens und Neff) haben „das Hygiene-Plus“. Die Innenwände und die Türinnenseite sind mit einer antibakteriellen Substanz namens „AgION“ beschichtet. AgION ist eine anorganische Silberverbindung, die das Wachstum und die Verbreitung von Bakterien, Pilzen oder Schimmel verhindern will. Die Wände bleiben laut Herstellerangaben „hygienisch rein, auch wenn sie mal mit befallenen Lebensmitteln in Berührung kommen“. Das Silber wird langsam und stetig abgegeben – „ein normales Kühlschrankleben lang“.

Richtig, aber überflüssig

Das klingt beeindruckend. Und die Aussagen treffen vermutlich auch zu. Dennoch wird die Silberbeschichtung von Experten als wenig sinnvoll angesehen. Weil sie nur dann wirkt, wenn sie in Kontakt mit den Lebensmitteln kommt. Sie kann keinesfalls verhindern, dass Lebensmittel verderben. Der deutsche Hygienefachmann Prof. Franz Daschner hat Silber im Kühlschrank in einem Interview mit der Stiftung Warentest schlicht als überflüssig bezeichnet.

"... an die Wand drücken"

Die Bakterien befänden sich ja nicht an der Oberfläche, sondern überwiegend im Lebensmittel selbst. Dahin könne das Silber der Wandbeschichtung nicht gelangen. „Das ginge theoretisch nur dann, wenn die Hausfrau Wurst, Käse oder Fleisch offen lagern und dann auch noch an die Wand drücken würde.“

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Bild: VKI