Elektrorasierer

Die Hautschmeichler kommen

Seite 1 von 5

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 1/2010 veröffentlicht: 02.12.2009, aktualisiert: 10.12.2009

Inhalt

  • Die teuren Geräte sind die besten
  • Teilweise nur bescheidene Akkulaufzeit
  • Rasierqualität bei den meisten gut

Die Anhänger von Schaum und Klinge sind sich sicher: Nichts zaubert die morgendlichen Stoppeln gründlicher aus dem Gesicht als der gute alte Nassrasierer. Diese Überzeugung gerät allerdings zunehmend ins Wanken, denn wie schon die Tests der Vorjahre zeigten, wird die Qualität der elektrischen Rasierapparate immer besser. Der aktuelle Test umfasst 15 Modelle zu einem Preis von 65 bis 380 Euro und zeigt eine durchaus positive Bilanz.

 

Kaum Hautirritationen

 

Bei der Rasur selbst geben sich die Geräte fast keine Blöße. Unsere Probanden hatten vor allem in puncto Hautirritationen kaum etwas zu beanstanden. Die beiden Testsieger nahmen sich im Schongang selbst einen Dreitagebart vor. Bei der Gründlichkeit gibt es dann aber doch noch einen Wermutstropfen – die meisten Modelle (Ausnahmen Braun Series 1 und Carrera Rotary Maximum) konnten zwar ein „Gut“ einfahren, die letzte Hürde zur Perfektion wurde aber auch dieses Mal nicht genommen.

 

Schwingkopfsystem ist Geschmacksache

 

Das System spielt dabei keine Rolle, denn ob rotierender oder vibrierender Schwingkopf, das ist reine Geschmacksache, wie das Ergebnis zeigt. Der Testsieger von Braun setzt auf das vibrierende System, der Zweitplatzierte und nur knapp geschlagene Philips auf das rotierende. Dass es für den Philips nicht ganz reichte, liegt aber weniger an seinen Rasierqualitäten als vielmehr an der nur bescheidenen Akkulaufzeit.

 

Schnell voll, schnell leer

 

Der Philips Nivea for men HS8460 schafft gerade einmal 11 Rasuren mit einer Akkuladung, der Testsieger Braun Series 7 hingegen mehr als doppelt so viele (25). Dass nur die teuren Li-Ion-Akkus eine gute Leistung bringen, ist ein Trugschluss. Der schwächste Mitbewerber im Test, Philips arcitec RQ 1095, bringt es mit einem Li-Ion-Akku auf 8 Rasuren je 5 Minuten. Der beste NiMH-Akku (Panasonic Pro-Curve ES 7101S) schafft mit einer Akkuladung immerhin 20 Einsätze. Für Reisen ist das angenehm, da man nicht das gesamte Equipment zum täglichen Aufladen mitnehmen muss.

 

Natürlich kann man die Sinnhaftigkeit eines Akkus hinterfragen, wenn das Gerät den ganzen Tag am Ladegerät hängt. Wenn die Hersteller aber nur Geräte mit Akku anbieten, dann sollte dieser auch seine Leistung bringen und immer einsetzbar sein. Manche Modelle (Philips Nivea for men, Philips arcitec, Panasonic ES 8249 und Panasonic ES 7101S) können allerdings mit leerem Akku nicht einmal am Netz betrieben werden. Positiv sind hingegen die kurzen Ladezeiten: Bei keinem Akku dauert es länger als 1,5 Stunden, bis er voll ist.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
36 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Testsieger mit Schönheitsfehlern
    von Mag Zirnig am 14.04.2013 um 02:09
    Die Handhabung und die Umwelteigenschaften wurden m.M.n. unterbewertet. Deswegen steht der Testsieger besser da als er es verdient. Die neue Leichtbauweise mit viel Plastik lässt Zweifel an der Langlebigkeit des Gerätes aufkommen, und ein Langzeittest wurde leider nicht durchgeführt. Gegenüber den Vorgängermodellen hat Braun die Schutzkappe für den Scherkopf eingespart (z.B. für Reisen). Damit wird natürlich der Kauf teurer Ersatzköpfe angekurbelt. Das Reiseetui ist viel zu klein, um auch das Ladekabel unterzubringen, also eine halbe Sache. Der Langhaarschneider ist geschrumpft und nur mehr 2 cm breit. Die Reinigungsstation macht einen Höllenlärm. Die angebliche Hygienesteigerung (Braun-Werbung) gegenüber Wasser ist ein Marketinggag wie die antibakteriellen Putzmittel im Haushalt. Eine automatische Reinigung ohne gleichzeitige Aufladung ist nicht möglich, sodass die Lebensdauer des fest eingebauten Akkus und damit des ganzen Rasierers verkürzt wird. Will man den Flüssigkeitsbehälter abdecken, damit sich die Flüssigkeit nicht verflüchtigt, lässt sich die Reinigungsstation nicht mehr schließen. Das alles führt zu teuren Folgekosten des ohnehin schon sehr teuren Apparats, es sei denn, man ignoriert die Reingigungsstation und reinigt unter Fließwasser. Mitbezahlen muss man sie beim Kauf allerdings in jedem Fall.
  • Preis des Braun 795 CC
    von workingclasshero am 28.02.2011 um 13:43
    Der angegebene Preis des Testsiegers (380,-) hat mich zuerst davon abgehalten, überhaupt weiter zu recherchieren. Es stellt sich aber heraus, dass es das Gerät bereits ab 218,- gibt.
  • Zeitaufwändige Hautschmeichler?
    von Mag Zirnig am 10.08.2010 um 21:03
    Der Test verrät leider nicht, wie lange eine gründliche Rasur bei den einzelnen Modellen dauert. Bei früheren Tests haben BRAUN-Rasierer in diesem Punkt schlecht abgeschnitten, was sich mit meiner eigenen Erfahrung deckt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Rasurdauer umso länger ist, je besser das Gerät die Haut schont. Im Alltag ist für mich die Dauer der Einzelrasur jedenfalls entscheidender als die Frage, ob ein Akku ein paar theoretische 5-Minuten-Rasuren mehr oder weniger erlaubt, denn nach 1 Stunde ist der Rasierapparat ja schon wieder aufgeladen. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.- Außerdem kann man sich bei allen Modellen (bis auf vier) auch mit Strom aus der Steckdose rasieren. Unter diesem Aspekt ist ein in der Ladestation eingebautes Netzteil wie beim Philips Nivea nicht ‘Luxus’, sondern Nachteil. Ein Kabel mit Ladeteil im Stecker kann man überall anstecken, eine Ladestation wird man wohl kaum herumschleppen wollen, schon gar nicht auf Reisen. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.- Die Folgekosten betreffen nicht nur die Reinigungskartuschen und Lotionen der Luxusmodelle, sondern auch die teuren Scherköpfe, die bei allen Modellen regelmäßig erneuert werden müssen, weil sich das Scherblatt abnutzt. Da wäre eine Rubrik mit den Gesamtkosten über eine mehrjährige Nutzungsdauer ganz interessant. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.- Der Vergleich mit dem Rasierertest 12/2007 ist im Detail nur bedingt aussagefähig, denn es wurde nicht nach den gleichen Methoden getestet (z.B. kein ‚Split-Face’). Der Langhaarschneider des Siegers Braun 7-790 erhielt z.B. damals die Note ‚durchschnittlich’, beim baugleichen Sieger 7-795 im jetzigen Test lautet sie ‚gut’. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.- BRAUN-Modelle aus der Serie 3 und 5 werden immer wieder als ‚Special Edition’ oder Aktionsware zu Preisen um die 70 Euro angeboten. Im Lichte der Testergebnisse ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
  • Alter Philishave....
    von chabron am 02.04.2010 um 23:36
    15 bis 18 Jahre alter Akkurasierer ist einfach Top-über 60 Minuten Rasur-Scherköpfe immer noch super. Ich verstehe so manch negative Aussagen nicht-werden damit WC Bürsten bearbeitet ? habe selber mal den Akkusatz erneuert, läuft wie neu, würde derzeit keinen neuen benötigen. Reserve-Anzeige digital und ziemlich exact. Könnte mir vorstellen dass ein neuer Nachfolger nicht besser rasiert.
  • Geschenk-Edition 2009 Series 3
    von rowiesm am 17.12.2009 um 07:50
    Derzeit wird in einer Weihnachtsaktion von Braun das Modell 350cc angeboten. In diesem Paket ist ein Reinigungsstation sowie eine 5 Jahres Garantie enthalten. http://www.braun.com/de/gifting-2009/gifting-2009-male/gifting-2009-model-overview-series-3.html
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo