Holzlasuren für außen

Schutz ohne Chemiekeule

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Konsument 7/2006 veröffentlicht: 21.06.2006

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Holzschutz beginnt bei der Planung und findet seinen Abschluss in der Anwendung von umweltfreundlichen Lasuren. Biozide sind weitgehend verzichtbar.

Holz ist langlebig

Holz als Baustoff ist natürlich, vielseitig und – sofern ihm Witterung oder Schädlinge nicht ungehindert zusetzen können – auch langlebig. Zur Verlängerung der Lebensdauer können Sie von Beginn an beitragen. Dies geschieht durch Wahl der Holzart, witterungsfeste Bauweise sowie Verwendung einer Holzlasur – nicht zu verwechseln mit Holzschutzmitteln, die mit bioziden Substanzen gegen Pilz- und/oder Insektenbefall wirken. Holzschutzmittel sind meist überflüssig und erst der zweite Schritt, als Hilfe im Akutfall (siehe Kasten unten).

Feuchtigkeit, UV-Licht und Temperaturschwankungen

Der erste Schritt sind die genannten Vorbeugungsmaßnahmen, die umso wichtiger sind, je unmittelbarer Holz der Witterung ausgesetzt ist. Zu den primären „Feinden“ von Holz zählen Feuchtigkeit, die erst den Nährboden für zerstörende Pilze bereitet, das UV-Licht der Sonne, das die Fasern zersetzt und das Holz vergrauen lässt, sowie Temperaturschwankungen, die das Holz reißen lassen.

Harter Kern und hoher Harzgehalt verlängern Haltbarkeit

Zwei Eigenschaften können Holz von Natur aus widerstandfähig machen: ein harter Kern, wie man ihn bei Laubhölzern und insbesondere bei der Eiche findet, oder ein hoher Harzgehalt. Letzteres ist der Grund, weshalb naturbelassene Zäune bevorzugt aus Lärchenholz gemacht werden. Kiefer und Pinie sind relativ UV-beständig, sollten aber – wie auch die übrigen Nadelhölzer – nicht unmittelbar dem Regen ausgesetzt werden.

Wasser soll nicht tief eindringen

Was die baulichen Maßnahmen betrifft, so ist es vor allem wichtig, dass Wasser vom Holz rasch abrinnt, nicht tief in dieses eindringen kann und dass genügend Abstand zum Erdboden besteht (siehe Kasten auf Seite 16).
Holzlasuren sind das geeignete Mittel zur Abrundung der Vorbeugungsmaßnahmen. Sie schützen physikalisch, indem die enthaltenen Farbpigmente die UV-Strahlen der Sonne absorbieren.

Dunkler Farbton, hoher Schutz

Je dunkler der Farbton, desto besser der Schutz. Allerdings können sehr dunkle Farben bei intensiver Sonneneinstrahlung das Holz stark aufheizen, was aufgrund der Temperaturschwankungen zu Rissen führen kann. Als Alternative werden farblose Lasuren angeboten, denen so genannte UV-Blocker zugesetzt sind.

Feuchtigkeit abhalten, Verdunstung ermöglichen

Ein anderer Effekt der Lasuren ist, dass sie in die äußeren Holzschichten eindringen und in den Poren aushärten, ohne diese dicht zu verschließen. Das heißt, sie bleiben diffusionsoffen. Von außen kommende Feuchtigkeit wird bis zu einem gewissen Grad abgehalten, andererseits kann eingedrungenes Wasser rasch verdunsten.

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Bild: VKI