Kochfelder

Der Herd bleibt kalt

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Konsument 11/2009 veröffentlicht: 19.10.2009

Inhalt

  • Induktionskochfelder boomen
  • Vergleich mit herkömmlichen Ceranplatten
  • Schneller, aber nur mäßig sparsamer

Elektroherde werden von heimischen Haus­halten bevorzugt. Nur 12 Prozent ­nennen noch einen Gasherd ihr Eigen, Tendenz sinkend. Doch innerhalb des Sektors E-Herde bahnt sich eine neue Epoche an. Induktions-Kochfelder sind drauf und dran, den herkömmlichen strahlenbe­heizten Kochfeldern den Rang abzulaufen. Herde mit gusseisernen Kochplatten werden hingegen kaum mehr angeboten.

Früher: Nischendasein in Luxus­domizilen

Jahrelang hat das "kalte“ Kochen per ­Induktion ein Nischendasein in Luxus­domizilen geführt, doch in den letzten zwei Jahren explodierten die Verkaufszahlen ­regelrecht. In Stückzahlen erreichen Induktionsherde laut GfK mittlerweile einen Anteil von 15 Prozent, wertmäßig sind es (aufgrund der wesentlich höheren Preise) 30 Prozent. Jetzt hat der Handel offenbar die Möglichkeiten erkannt und präsentiert mehr und mehr attraktive Angebote, was dazu geführt hat, dass das Stückwachstum zuletzt größer war als das wertmäßige.

„Kalt“ kochen

Was können die Induktionsgeräte? In einem Test der Stiftung Warentest wurden induk­tionsbeheizte und strahlungsbeheizte Modelle einem Vergleich unterzogen. Die klassische Methode – Heizwendeln werden ­erhitzt und strahlen diese Hitze durch die Glaskeramik in den Topf ab – ist eine in­direkte. Dagegen entsteht beim Induktionskochen die Hitze direkt im Geschirrboden: Flache Kupferspulen unter der Glaskeramik sorgen für ein niederfrequentes elektro­magnetisches Feld, das der Kochtopf aufnimmt und in Wärme umwandelt. Die Platte bleibt kalt – oder besser gesagt im Vergleich zum herkömmlichen Kochen kühl. Die Vorteile: Es geht schneller und energiesparender; und natürlich ist die Gefahrenquelle der heißen Kochplatte so gut wie ausgeschaltet. Man kann sich an ihr nicht die ­Finger verbrennen und nichts brennt an.

Autarke Einbaugeräte

Alle getesteten Kochfelder sind autarke Einbaugeräte, die unabhängig von einem Backrohr in die Küchenzeile integriert werden können. Sie sind allesamt mit einer Touch­screen-Bedienfläche auf der Glas­keramik ausgestattet – die Schalter des alten Herdes bleiben damit funktionslos. Strahlungsbeheizte Kochfelder sind in der Regel billiger als induktionsbeheizte. Die Unterschiede können allerdings wie erwähnt verschwimmen. So kostet der Testsieger bei den ­Klassikern (AEG-Electrolux) gleich viel wie der punktegleiche Induktionsherd von Küppersbusch (rund 1.420 €). Und der billigste Induktionsherd ist billiger als alle herkömmlichen Kochfelder (Ikea mit 499 Euro). Zu bedenken ist, dass es sich hier um Richtpreise handelt. Gerade bei Einbaugeräten sind großzügige Preisnachlässe nicht unüblich; vor allem, wenn man eine Komplettküche bestellt.

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Kommentare

  • Induktionsherde - Kondenswasser
    von REDAKTION am 03.04.2013 um 13:47
    Bei unseren Tests wurde bisher keine besondere Empfindlichkeit gegenüber Kondenswasser festgestellt. Auch diesbezügliche Beschwerden von Konsumenten sind uns keine bekannt. Ihr Konsument-Team
  • Induktionsherde
    von Schweizer1 am 02.04.2013 um 10:19
    Wieso wird nirgends auf die Bedienbarkeit und Empfindlichkeit gegenüber z. B. Kondenswasser eingegangen? Da schalten sich manche Systeme um oder aus oder spielen verrückt und brauchen einen Neustart.
  • Kochgeschirr für Induktion
    von Atschreiter am 14.11.2009 um 13:58
    Emmailiertes Kochgeschirr ist nicht teuer und ausgezeichnet für Induktion geeignet. ZB: Fabriksverkauf bei der Fa Riss in Ybbsitz 2. WAHL (für Otto Normalverbraucher nicht sichtbar) ca. minus 30% vom Listenpreis.
  • Bräunung der Palatschinke bewertet
    von REDAKTION am 11.11.2009 um 17:21
    Die Wärmeverteilung wurde nicht an der Kochfläche gemessen. Wir haben sie an Hand des Endproduktes - der Palatschinke - bewertet. Induktionskochflächen funktionieren zwar grundsätzlich nach dem selben Prinzip, dennoch kann es Unterschiede geben - in der Qualität des Induktors, im Regelsystem, etc. Außerdem wurde die Gleichmäßigkeit der Bräunung auch im zeitlichen Verlauf überprüft: Ist die erste Palatschinke ebenso gebräunt wie die achte? Die Unterschiede wurden mit Hilfe einer Farbskala bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Unterschiede bei Induktionskochfeldern ("sehr gut" bis "durchschnittlich") größer sind als bei herkömmlichen. Die Redaktion
  • Testergebnis komisch
    von mizzitante73 am 09.11.2009 um 18:17
    Danke für die antwort - leider sind sie aber auf meine 2. Frage nicht ein gegangen ! Warum kann eine Induktionskochfläche daran schuld sein, das eine Palatschinke ungleichmäßig wird ! Die Wärmeverteilung passiert immer im Topfboden und nich in der Induktionskochfläche.Sie testen aber die Wärmverteilung in der Kochfläche und laut ihrer Beschreibung gibt es im Aufbau eigentlich keinen Unterschied - eine Induktionschleife(Schnecke) erzeugt die Energie die im Topfboden (Leitwert-Topfboden) umgesetzt wird . Bitte um kurze Stellungnahme danke
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