Laubsauger

Heavy Metal im Blätterwald

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Konsument 10/2006 veröffentlicht: 13.09.2006

Inhalt

  • Die Lärmbelastung ist enorm
  • Nicht für jeden Garten sinnvoll
  • Nur bedingt Erleichterung

Kampf dem Laub

Wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen, mag das auf den ersten Blick einen romantischen Touch besitzen, für so manchen Hobbygärtner sind sie aber die Vorboten für einen endlosen Kampf gegen die Launen der Natur. Die Hohezeit des Rechens ist angebrochen. Ein argwöhnischer Blick über den Gartenzaun zeigt, dass am angrenzenden Grundstück der Nachbar wieder mit einem Laubsauger und lautem Getöse durch die lästige Blätterwüste fegt.

Was einfach und praktisch aussieht, hat aber auch seine Schattenseiten. Denn nicht jedes Gerät ist für jeden Garten geeignet. Was können Laubsauger? Wem helfen sie wirklich? Und welches Gerät ist das beste? Details finden Sie in der Testtabelle und Kommentare in der Bildergalerie (rechts).

Können mehr als nur Saugen

Nomen ist nicht immer Omen. Moderne Laubsauger können nämlich mehr als lediglich Laub vom Boden saugen. Das Häckseln des aufgesaugten Blätterwerks ist ebenso wenig ein Problem wie das Verblasen. Dennoch: Was sich so verlockend anhört, hat nicht bloß Vorteile. Wer nur begrünte Flächen von Laub zu befreien hat, ist mit einem Rasenmäher samt Auffangkorb besser beraten – hier werden die Blätter mitgefangen und gleichzeitig zerkleinert.

Rechen sind ebenso schnell und leichter

Der altmodische Rechen und sein antiquierter Kollege, der Schubkarren, sind im Vergleich nicht wirklich langsamer. Und der Rechen wiegt einen Bruchteil des Laubsaugers. Feuchtes Blätterwerk ist mit den elektrischen Geräten kaum zu saugen. Bleibt die Frage: Wo ist ein Laubsauger eigentlich sinnvoll? Klare Antwort: überall dort, wo Rechen oder Besen versagen. Also z.B. in Blumenbeeten, Mauernischen, hinter Sträuchern oder auf Kieswegen. Und noch ein Plus haben die strombetriebenen Laubvernichter: Abfälle (abgesehen von harten Gegenständen) können gleich mit aufgesaugt oder verblasen werden – vorausgesetzt das Saugrohr ist groß genug.

Gehörschutz vorgeschrieben

Wenn Jugendliche abends in die Disco gehen und sich von ihrem Lieblings-DJ in ohrenbetäubender Lautstärke stundenlang zudröhnen lassen, wird es belächelt, kritisiert oder als gesundheitsschädigend verurteilt. Wenn Papa als DJ Laub die Blätter im Garten tanzen lässt, kommt lediglich der Nachbar auf böse Gedanken, weil er um seinen Mittagsschlaf umfällt. Die Lärmbelastung ist aber die gleiche – in der Disco wie im Garten. Um die 100 Dezibel. Vergleichbar ist die Lautstärke auch mit der einer Kreissäge.

Was sagen die Nachbarn zum Lärm?

Und zur Verdeutlichung: Der Gesetzgeber schreibt bei Arbeiten mit einer Lärmbelastung von über 85 Dezibel einen Gehörschutz vor. Für andere Gartengeräte wie Rasenmäher gibt es einen Grenzwert (96 bis 98 dB), der auch eingehalten wird, für Laubsauger aber nicht. Daher haben wir uns entschlossen, alle getesteten Geräte aufgrund ihres Lärmpegels eine Stufe abzuwerten. Noch lauter sind nur noch Laubsauger mit Benzinmotor.

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Bild: VKI