Schuh-Spikes geprüft

Keine Ausrutscher

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Konsument 1/2010 veröffentlicht: 29.12.2009

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Der Winter ist für Fußgänger oft mit einer permanenten Rutschpartie verbunden. Das Forschungsinstitut für Orthopädietechnik hat gemeinsam mit der Sonderkrankenanstalt Zicksee Anti-Rutsch-Behelfe für die Schuhe getestet, sogenannte Schuhspikes.

Bei Glatteis wird der Gang zum Supermarkt oder zum Beisl am Eck zu einem riskanten Unterfangen. Ein unachtsamer Schritt und man landet unsanft auf dem Boden – für ältere Personen sind damit häufig gravierende Verletzungen bis hin zum Oberschenkelbruch verbunden.

 

Krallen, Spikes oder Ketten 

 

In letzter Zeit werden vermehrt Produkte angeboten, mit denen man sich – angeblich – auch auf Eis sicher fortbewegen kann: Es handelt sich um Krallen, Spikes oder Ketten, die mittels Schnallen oder Gummizug am Schuh befestigt werden. Im Fachjargon werden sie Gleitschutz genannt; man kann sie – vereinfacht – unter „Schuh-Spikes“ zusammenfassen. Sie sind in Orthopädiegeschäften, im Sport- und im Schuhhandel erhältlich und kosten meist zwischen 10 und 40 Euro.

 

Gleitschutz: Gute Idee

 

Viele ältere Personen trauen sich bei winterlichen Verhältnissen nicht auf die Straße. Ein so einfaches Hilfsmittel könnte also dazu beitragen, dass Senioren am öffentlichen Leben ungehindert teilnehmen können. Die Frage ist nur: Sind die angebotenen Systeme praktikabel, kann man sich auf sie verlassen?

 

Beim Aufsetzen passiert’s 

 

Dazu muss man erst einmal wissen, wie der typische Ausrutscher aussieht. Meist kommt es dann zu einem Sturz, wenn man sich im gewohnten Gang fortbewegt und auf eine glatte Stelle gelangt – unvorbereitet, weil sie beispielsweise mit einer dünnen Schneesicht bedeckt ist. Der entscheidende Moment ist das Aufsetzen der Ferse auf dem Boden (der Fuß befindet sich ungefähr in einem 15-Grad-Winkel zum Boden). Wenn man da keinen Halt hat, rutscht der Schuh unweigerlich weg. Das folgende Abrollen über die Sohle und das Abdrücken mit den Fußballen ist demgegenüber weit weniger gefährlich: Wer mit der Schuhspitze wegrutscht, kann sich relativ leicht wieder erfangen.

 

Knapp unterm Gefrierpunkt am gefährlichsten 

 

Der heikle Temperaturbereich liegt knapp unter dem Gefrierpunkt. Bei minus 10 Grad finden auch normale Schuhsohlen ganz guten Halt, bei Plusgraden wiederum hilft manchmal auch der beste Gleitschutz nichts – wenn das Eis an der Oberfläche einen flüssigen Film gebildet hat, kann es sein, dass das Eis darunter ausbricht und mitsamt dem spikebewehrten Schuh wegbricht.

 

 

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